Mobilise/Demobilise
Cyberperformance von Eva Ursprung, Alexandra Gschiel und Helen Varley Jamieson + Open Improv Jam
Performance

Eva Ursprung, Gewurl, 2011
Rettungsreifen, Video, Ton, 5:11 Min., Foto: Alexandra Gschiel
Seit nunmehr fünfzehn Jahren arbeiten Eva Ursprung und Helen Varley Jamieson gemeinsam auf der Cyberformance-Plattform UpStage zusammen und sind zugleich über die Online-Community Faces[1] verbunden. Von 2020 bis 2022 entwickelten Ursprung und Jamieson das EU-Projekt Mobilise/Demobilise im Rahmen von Creative Europe, das Künstler:innen aus Deutschland, Österreich, Neuseeland und Schweden vernetzte. Im Zuge dieses Projektes realisierte Ursprung auch die Recherche in Feldafing, der auf dem Computer im seitlichen Graphikraum der HALLE FÜR KUNST Steiermark nachgespürt werden kann.
Ausgehend von Mobilise/Demobilise entstand zugleich die hiesige Performance: Die Künstlerinnen arbeiten mit den während des Projektes entstandenen Texten und Sounds, mit Spiegeln werden Textfragmente an die Wände projiziert. Die Cyberformance findet sowohl analog und digital statt, wobei sich das digitale Publikum direkt beteiligen kann. Daraus verschmelzen greifbare Körper und digitale Projektion, reale und digitale Bühne zu einem fließenden Tanz und Erlebnis zwischen Realität und Virtualität, in dem Licht, Klang und Pixel zu einer Sprache werden, die Zuschauer:innen gleichzeitig in physischen Räumen berührt und in virtuelle Sphären trägt, während Grenzen zwischen Performer:innen und Publikum, Raum und Zeit, Analogie und Code zu flimmernden Übergängen werden.
Ergänzend wird die gleichzeitige Finissage der Ausstellung The Art of Surfacing von einem offenen Improv Jam aus der Grazer Szene sonorisch begleitet, unter anderem mit Madeleine Dietrichstein, Reni Hofmüller, Michl Laab, Patrick Wurzwallner und Nikos Zachariadis.
[1] Faces ist eine internationale Onlinecommunity von Frauen in der Medienkunst, die unter anderem von Kathy Rae Huffmann gegründet wurde.
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Eva Ursprung
Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte (Auswahl):
Steirische Kulturinitiative (2025, 2024), kunstGarten, Graz (2025, 2021, 2016, 2011), Kunsthaus Graz (2025, 2021, 2012, 2007), Gefängnismauer Justizanstalt Karlau, XENOS & Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Graz (2024), Taman Budaya, Yogyakarta (2023), BACC (Bangkok Art and Culture Center) (2023), La Terminal Zawp, MEM Festical, Bilbao (2023), IMA Institut für Medienarchäologie, St. Pölten (2022), Künstlerhaus München (2022), Schaumbad Freies Atelierhaus Graz (2021, 2018, 2008), Steirischer Herbst, Graz (2020, 2014, 2013, 2006, 1999), <rotor>, Graz (2019), Gakerija ALU, Sarajewo (2018), Künstlerhaus Klagenfurt (2017), POST, Los Angeles (2016), Flux Factory, New York (2016), Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania (2015), Les Kurbas National Theatre Arts Center, Kiew (2014), APO33, La Plateforme Intermédia, La Fabrique, Nantes (2014), MAD Emerging Art Center, Eindhoven (2013), Literaturhaus Graz (2011), Museum of Contemporary Art Vojvodina / Institut für Kunst im öffentlichen Raum, Novi Sad (2011), Stadtmuseum Graz (2010), galerie wildwechsel, Frankfurt am Main (2008), Freiraum Transeuropa / PiroschkaREV, MuseumsQuartier, Wien (2004), Cornerhouse, Manchester (2002), Laznia Center for Contemporary Art, Gdansk (2002), The Substation, Singapore (2002), Ottis Gallery, Los Angeles (1998).
Helen Varley Jamieson
ist Digital Artist, Autorin, Theatermacherin und Produzentin. Ihre künstlerische Arbeit umfasst Cyberformance, digitale Installationen, Theaterstücke und verschiedene Kooperationen, in denen sie sich mit sozialen und ökologischen Themen wie Wegwerfmentalität, Abfall, Wasserverschmutzung, den Auswirkungen der Technologie auf Mensch und Umwelt sowie feministischen Themen auseinandersetzt.
Im Jahr 2003 war sie Mitbegründerin von UpStage, einer Online-Plattform für Live-Online-Performances (Cyberformance). Helen engagiert sich seit langem in feministischen und Open-Source-Netzwerken und ist die „Web Queen” des Magdalena-Projekts (ein internationales Netzwerk von Frauen im zeitgenössischen Theater und Performance). Sie hat zahlreiche Online-Festivals und ‑Veranstaltungen sowie Theater- und Performance-Festivals in Neuseeland und Deutschland organisiert.
Sie hat einen Master of Arts in Cyberformance (QUT, Australien, 2008) und einen BA in Theater und englischer Literatur (Otago, Neuseeland, 1992).
Alexandra Gschiel
ist Fotografin. Nach klassischer Fotografie-Ausbildung arbeitet sie medienübergreifend mit Fotografie, Video, Installation, Skulptur und Textil. Von 2009 bis 2021 war sie im Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz tätig, davon viele Jahre auch im Vorstand und in der konzeptionellen sowie organisatorischen Arbeit. 2022 – 2024 arbeitete sie im KiG! – Kultur in Graz.
Ausstellungen (Auswahl): Residenz und Präsentation Saraiki (Liepāja, LV, 2025); Photo Graz (Altes Kino Leibnitz, 2022, 2024); Insurgent Flows KiG! Kultur in Graz, 2023); and I – Alexandra Gschiel (KiG! Kultur in Graz, 2023); PLATFORMS PROJECT – Independent Art Fair (Athen, GR, 2021); Mobilise/Demobilise (hybride Performances, Graz, Malmö, online, 2021 – 2022); Zaungäste (Kunst im öffentlichen Raum, Graz, 2018 – 2019); We have a situation! (Furtherfield, London & international, 2013); Fronteras en cuestión (Havanna, CU, 2015).

Eva Ursprung, Gewurl, 2011
Rettungsreifen, Video, Ton, 5:11 Min., Foto: Alexandra Gschiel