Eva Ursprung, Katy Deepwell
Artist Talk

Eva Ursprung
Foto: Alexandra Gschiel
In einem gemeinsamen Gespräch werden Eva Ursprung und Katy Deepwell sich relevanten Thematiken von Ursprungs jüngst in der HALLE FÜR KUNST Steiermark eröffneten Ausstellung The Art of Surfacing und ihrer feministischen künstlerischen Praxis nähern, die Deepwell auch als Artivism bezeichnet.
Die Ausstellung verdichtet Eva Ursprungs künstlerische Praxis als konsequent feministisch, aktivistisch und medienübergreifend, die seit den 1980er-Jahren Kunst als Werkzeug gesellschaftlicher Intervention begreift: Von der Mitgründung eines der ersten feministischen Kulturmagazins Europas Eva & Co über musikalische, performative und organisatorische Kollektivarbeit bis hin zur Entwicklung ikonischer feministischer Bildpolitiken wie der Superfrau verbindet Ursprung künstlerische Produktion mit Vernetzung, Sichtbarmachung und politischer Handlungsmacht von Frauen*. Als zentrale Akteurin internationaler feministischer Aktionen und Initiativen – etwa als Präsidentin von IAWA (International Association of Women in the Arts) und Gründerin von W.A.S. (Womyn’s Art Support) – prägte sie früh cyberfeministische und netzbasierte Praktiken, die Kommunikationstechnologien, Körper, Machtverhältnisse und globale Ungleichheiten kritisch reflektieren. Ihre transnationalen Projekte, Performances und Netzkunstformate verstehen sich als kollektive, prozesshafte Gegenmodelle zu patriarchalen, nationalen und linearen Erzählungen von Kunst, Wissen und Geschichte und verankern Ursprungs Werk fest in einer feministischen künstlerischen Praxis, die Kunst, Aktivismus und soziale Gerechtigkeit untrennbar miteinander verschränkt.
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Eva Ursprung
Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte (Auswahl):
Steirische Kulturinitiative (2025, 2024), kunstGarten, Graz (2025, 2021, 2016, 2011), Kunsthaus Graz (2025, 2021, 2012, 2007), Gefängnismauer Justizanstalt Karlau, XENOS & Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Graz (2024), Taman Budaya, Yogyakarta (2023), BACC (Bangkok Art and Culture Center) (2023), La Terminal Zawp, MEM Festical, Bilbao (2023), IMA Institut für Medienarchäologie, St. Pölten (2022), Künstlerhaus München (2022), Schaumbad Freies Atelierhaus Graz (2021, 2018, 2008), Steirischer Herbst, Graz (2020, 2014, 2013, 2006, 1999), <rotor>, Graz (2019), Gakerija ALU, Sarajewo (2018), Künstlerhaus Klagenfurt (2017), POST, Los Angeles (2016), Flux Factory, New York (2016), Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania (2015), Les Kurbas National Theatre Arts Center, Kiew (2014), APO33, La Plateforme Intermédia, La Fabrique, Nantes (2014), MAD Emerging Art Center, Eindhoven (2013), Literaturhaus Graz (2011), Museum of Contemporary Art Vojvodina / Institut für Kunst im öffentlichen Raum, Novi Sad (2011), Stadtmuseum Graz (2010), galerie wildwechsel, Frankfurt am Main (2008), Freiraum Transeuropa / PiroschkaREV, MuseumsQuartier, Wien (2004), Cornerhouse, Manchester (2002), Laznia Center for Contemporary Art, Gdansk (2002), The Substation, Singapore (2002), Ottis Gallery, Los Angeles (1998).
Katy Deepwell
ist eine feministische Kunstkritikerin und Wissenschaftlerin aus London sowie Gründerin von KT Press und Chefredakteurin von n.paradoxa: international feminist art journal, das 1996 online startete und von 1998 bis 2017 als halbjährlich erscheinende Printzeitschrift mit 40 Bänden veröffentlicht wurde. Im Jahr 2007 beteiligte sich n.paradoxa am Magazinprojekt der Documenta 12.
Von 2013 bis 2025 war Deepwell Professorin für zeitgenössische Kunst, Theorie und Kritik an der Middlesex University London und ist derzeit Senior Research Fellow bei Global Dis:connect, Kate Hamburger Kolleg, LMU, München.
Neben zahlreichen Essays und Publikationen hat sie kürzlich Conversations on Art, Artworks and Feminism (2025) veröffentlicht und De-/Anti-/Post-colonial Feminisms in Contemporary Art and Textile Crafts (2023), 50 Feminist Art Manifestos (2022), das ein Manifest von Eva and Co. enthält, sowie Feminist Art Activists and Artivisms (2020).

Eva Ursprung
Foto: Alexandra Gschiel