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Diego Bianchi
Celina Eceiza 

Artist Talk 

Performance

Diego Bianchi; Celina Eceiza

Foto: Rob van Hoorn; Josefina Tommasi

Anlässlich ihrer am Vortag in der HALLE FÜR KUNST Steiermark eröffneten Ausstellungen Errores Irreales und Ofrenda werden die beiden argentinischen Künstler:innen Diego Bianchi und Celina Eceiza gemeinsam mit Agustina Vizcarra, Head of Exhibitions, Museo de Arte Moderno de Buenos Aires und Direktor Sandro Droschl über ihre Arbeit und Motivation sprechen. In ihren raumgreifenden Installationen erweitern die Künstler:innen den Kunstraum und nähern sich Fragestellungen um Körperlichkeit, Materialität und Modernität, um dabei auch auf den Kontext Argentinien einzugehen.

Diego Bianchi entwirft durch bauliche Interventionen nahezu ein an Relikte der Antike und des Retro-Futurismus erinnerndes Bühnenbild, in dem seine Skulpturen, die er aus im Stadtraum gezielt versammelten Alltagsobjekten und ausrangierten Gegenständen entwickelt, fast zu Protagonist:innen werden. Seine szenische Landschaft lässt nicht nur dystopisch und zugleich ironisch anmuten, sie wird auch an mehreren Terminen durch Performances aktiviert und versetzt die Institution gewissermaßen in Bewegung. Seine Fragen rund um Körperlichkeit und wie Körper optimiert oder auch sublimiert werden, stellt er vor dem Hintergrund seiner an menschlichen Bezügen orientierten, vielfältig und teils prothetisch erweiterten Skulpturen. Darüber hinaus stellt er aber auch Subjekte und Objekte in ein besonderes Verhältnis, indem er eine Verschmelzung beider anvisiert: Er schreibt von ihm versammelten Dingen wie Schaufensterpuppen, Staubsaugerschläuchen oder Tischtennisschlägern eine potentielle Handlungsfähigkeit zu und intendiert zugleich eine Objektivierung der Körper, der Skulpturen und der Performer:innen selbst, so dass seine Gesamtinstallation zu einer Art von Maschinerie wird. Indem für ihn interobjektive Beziehungen als grundlegend für das Soziale fungieren, können etwa Konsumketten besser dargelegt werden, als lediglich intersubjektive Interaktionen.

Celina Eceiza hingegen schafft ein weiches Museum“ durch hunderte Meter an Textilien, die sie färbt, bleicht und durch Batiken, Malereien auf Textilien und aus Textilien gefertigte Collagen, das einem Organ gleicht und das man betreten kann. Darüber hinaus stellen ihre Malereien auf Textilien überdimensionierte Körper dar oder ihre hervorgehobenen Extremitäten. Diese Gestalten scheinen zu tanzen und sich wiederum mit den Körpern der Besucher:innen auszutauschen. Ihr Gesamtkunstwerk ist ein Erlebnisraum, das die Besucher:innen einlädt, anderen zu begegnen, sich mit ihnen auszutauschen und zu verweilen. Vorallem sich etwas zu nehmen, wovon es wenig zu geben scheint: Zeit. Darüber hinaus referenziert ihr Gesamtwerk neben ihren Malereien auch Künstler:innen der argentinischen Moderne, indem sie diese in sogenannten Fanpostern namentlich erwähnt und diese Collagen in ihr weiches Museum verwebt. Damit macht sie mit ihrer Ausstellung Ofrenda nicht nur ein Geschenk an die Besucher:innen, sondern auch an Künstler:innen Argentiniens, die im kunsthistorischen Kanon des Westens viel zu selten auftauchen.

Sowohl Bianchi und Eceiza sind von der argentinischen Kunstgeschichte inspiriert und referieren insbesondere auf Positionen, die der sogenannten Gegenkultur entstammen und kritisch auf aktuelle und vergangene Geschehnisse reagierten. Beide Künstler:innen schaffen auf ihre ganz eigene Art ebenfalls alternative Erfahrungsräume, die in diesem Gespräch neben ihrer Sicht auf das Argentinien von Heute und Gestern näher betrachtet werden.

Direkt anschließend an den Artist Talk wird Diego Bianchis Ausstellung erneut durch eine Performance in Bewegung versetzt.

Performer:innen: Shiva Abossedgh, Sam Beukeboom, Barbara Eglseer, Gea Gračner, Reina Harriet Gujer, Anna Mayor, Jonas Meiberg, Mariella Müller, Laci Sárkány, Emilie Viktoria Ottilie Willner

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Diego Bianchi

*1969 Buenos Aires, lebt in Buenos Aires und zuletzt Paris

Einzelausstellungen (Auswahl): Galerie Jocelyn Wolff, Romainville (2025), New Performance Turku Biennale, Turku (2023), Museo abandonado, Dakar (2023), Marres, Maastricht (2023), Centro de Arte Dos de Mayo, Madrid (2022), Galerie Jocelyn Wolff, Romainville (2020), 11th Liverpool Biennial (2020), BIENALSUR, Córdoba (2019), BIENALSUR, Valparaíso (2017), Centro de creación contemporain, Madrid (2017), Museo de Arte Moderno, Buenos Aires (2017), Barro Gallery, Buenos Aires (2016), Wiener Festwochen (2015), Centro de Arte Experimental, Buenos Aires (2015), Centro Cultural Recoleta, Buenos Aires (2010), Fondo Nacional de las Artes, Buenos Aires (2009), Centro Uno de Arte Contemporáneo, Rio Negro (2007).

Gruppenausstellungen (Auswahl): ARCOmadrid (2025), MAC VAL, Vitry-sur-Seine (2024), Pivô, São Paulo (2024), macLYON, Lyon (2024), Bienal de Coimbra, Portugal (2024), Galerie Jocelyn Wolff, Romainville (2024, 2023), Marres, Maastricht (2023), CAPC, Bordeaux (2023), Centre Pompidou, Metz (2022), Musée de la Haute Vienne Château de Rochechouart (2023), Museo Nacional de Bellas Artes, Buenos Aires (2021), Centre d’art contemporaine de Normandie (2018), Centro Cultural Kirchner, Buenos Aires (2017), MALBA, Buenos Aires (2015), Museo Arte Moderno Cuenca (2015), 13th Istanbul Biennial (2013), Museo de Arte Contemporáneo de Niteroi, Río de Janeiro (2007), 11th Biennale de Lyon (2012), X. Bienal de la Habana, Havanna (2009).

Celina Eceiza

*1988, Tandil, Argentinien, lebt in Buenos Aires

Einzelausstellungen (Auswahl): Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (2024), Moria Galería, Buenos Aires (2023, 2021, 2018), Mundo Dios, Mar del Plata (2023), Móvil arte contemporáneo, Buenos Aires (2019), Jamaica ATR Gallery, Rosario (2019), Big Sur Galería, Buenos Aires (2015).

Ausstellungen (Auswahl): Istanbul Biennial (2025), Móvil arte contemporáneo, Buenos Aires (2024), Bienal de Arte Textil, Sede Centro Cultural CEINA, Santiago de Chile (2023), UB-Anderson Gallery, Buffalo (2022), Microespacio Museo Petorutti, La Plata (2022), Museo del traje de Buenos Aires (2022), Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha (2021), Galería Belgrado, Buenos Aires (2021), Athens Institute for Contemporary Arts, Georgia (2021).

Diego Bianchi; Celina Eceiza

Foto: Rob van Hoorn; Josefina Tommasi