Viscous City
Evelyn Plaschg, Vanessa Joan Müller
Gespräch

Symbolbild, Buchcover Viscous City, 2025
Design von FONDAZIONE Europa, Wien
Begleitend zur Ausstellung Viscous City von Evelyn Plaschg erscheint eine gleichnamige Publikation im Verlag Revolver Publishing, Berlin. Das Buch beinhaltet neue Texte von Vanessa Joan Müller und Kari Rittenbach, die das aktuelle Werk der Künstlerin aus verschiedenen theoretischen Perspektiven beleuchten. Im Zentrum des Abends steht die Präsentation des Beitrags von Vanessa Joan Müller, den sie selbst vorstellt.
In ihrem Essay Ansichten des Unbestimmten nähert sich Müller der Malerei Plaschgs mit einem hochdifferenzierten Blick auf die Verflechtungen von Körper, Bildraum und urbaner Textur. Ihre Reflexionen setzen bei der medienübergreifenden Wahrnehmung der Gegenwart an, in der sich Stadtlandschaften und Subjektivität unaufhörlich durchdringen. In eindrücklicher Sprache beschreibt Müller, wie Plaschg das scheinbar Flüchtige, Alltägliche und Nebensächliche aus digitalen Beobachtungen herauslöst und es in die Langsamkeit malerischer Prozesse überführt – als konzentrierte Oberflächen, aufgeladen mit Atmosphäre, Begehren und dem Echo eines kollektiven Empfindens.
Vanessa Joan Müller macht mit ihrem Beitrag sichtbar, wie stark Plaschgs Bilder zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changieren und eine visuelle Grammatik entwickeln, die der Logik filmischer Fragmentierung folgt: Close-ups, Unschärfen, Rhythmus und Schnitt – Motive, die in der Malerei zu einer Art poetischem Stillstand finden. Müllers Text liest sich als atmosphärische Parallelbewegung zur malerischen Praxis: analytisch durchdacht, zugleich durchzogen von einer poetischen Aufmerksamkeit für das Ambivalente, das Zwischenbildliche.
Weiters versammelt die von FONDAZIONE EUROPA aufwendig gestaltete Publikation einen ausführlichen Text von Kari Rittenbach (MOMA PS1) und eine auf die gleichnamige Ausstellung zielende Einleitung von Kurator Jan Tappe.
Der Abend versteht sich als Einladung zur vertieften Auseinandersetzung mit Evelyn Plaschgs Werk – jenseits des Ausstellungsraums, in einem diskursiven Format, das den Austausch über Bild, Text und Wahrnehmung in den Vordergrund rückt.
Herausgegeben von:
Evelyn Plaschg, Sandro Droschl
Mit Beiträgen von:
Vanessa Joan Müller, Kari Rittenbach
Grafikdesign
FONDAZIONE EUROPA, Wien
Verlag: Revolver Publishing, Berlin
ISBN: 978−3−95763−554−9
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Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Vanessa Joan Müller
Vanessa Joan Müller ist eine in Wien ansässige Kuratorin sowie Autorin und hat einen Doktortitel in Kunstgeschichte. In ihrer Praxis reflektiert sie über institutionelle Typologien, das Erbe der Institutionskritik und die Rolle der zeitgenössischen Kunst innerhalb der Gestaltung der Gesellschaft. Von 2013 bis 2020 war Müller Leiterin der Dramaturgie und Kuratorin an der Kunsthalle Wien. Zuvor war sie Direktorin des Kunstvereins Düsseldorf (2006−2011) und Forschungsleiterin an der European Kunsthalle in Köln (2005÷2006). Sie kuratierte Ausstellungen im Leopold Museum, in der Galerie der Universität für Angewandte Kunst, im 55. Oktober-Salon in Belgrad und im Frankfurter Kunstverein. Im Jahr 2017 übernahm sie bei der 55. Biennale di Venezia die kuratorische Leitung für den Pavillon der Republik Albanien.
Evelyn Plaschg
Einzelausstellungen (Auswahl): Paulina Caspari, München (2024), Scherben, Berlin (2024), Layr, Wien (2023), Galerie Kirchgasse, Steckborn (2021), Canopy, Malmö (2021), Kunstverein Nürnberg, Nürnberg (2021), Pina, Wien (2020), Parallel Vienna, Wien (2019), Zeller van Almsick, Wien (2017).
Gruppenausstellungen (Auswahl): Esther II, New York (2025), Leopold Museum, Wien (2024), Hard Scent Salon, Kopenhagen (2024), Belvedere 21, Wien (2023), The Grand Chelsea, New York (2023), Kunstverein Eisenstadt (2022), Basel Social Club, Basel (2022), Kunstverein Bremerhaven (2022), Smolka Contemporary, Wien (2021), Belvedere 21, Wien (2019), Halle für Kunst, Lüneburg (2018), Acappella, Neapel (2018), Forum Stadtpark, Graz (2017), Glovebox, Auckland (2016), ENSBA, Paris (2016), Neuer Kunstverein, Wien (2016), MUMOK, Wien (2015).

Symbolbild, Buchcover Viscous City, 2025
Design von FONDAZIONE Europa, Wien