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Wie erinnern?
Führung mit Bettina Habsburg-Lothringen und Jan Tappe 

Ausstellungsrundgang 

Landeszeughaus

Herrengasse 16, 8010 Graz

Franz Kapfer, Atlanten (Stoffmaske), 2022 – 24

Schnittschablone, aufgeständert; Stoffmaske, 796145 cm, Lack auf Holz, Plexiglas, Gewichte; Courtesy der Künstler

Im Zuge der Ausstellung von Franz Kapfer, die sowohl im Landeszeughaus, als auch in der HALLE FÜR KUNST Steiermark stattfindet, spannt der Künstler einen Bogen von vorspanischen Tempelanlagen in Mexiko über die frühneuzeitliche Sammlung des Landeszeughauses hin zu zeitgenössischer Produktion von Waffen und Ausrüstungsgegenständen, wie etwa Handschellen und Schutzpanzer für den ganzen Körper.

Auch wenn sie auf den ersten Blick durch die farbenfrohe Gestaltung harmlos wirken, zeigen die Zeichnungen gerade im Kontrast zu ihren historischen Vorläufern, wie ausgereift und hochtechnologisch die industrielle Produktion von Waffen und Schutzausrüstung in unserer Zeit geworden ist. Genau in diesem Zusammenspiel ergibt sich auch die Frage, wie wir heute und in Anbetracht der überhitzten Gegenwart auf einen Ort wie das Landeszeughaus schauen.

Im gemeinsamen Gespräch soll vor allem erörtert werden, wie Geschichte erzählt und eben auch vereinnahmt werden kann. Wir alle erleben das Voranschreiten der Zeit aus unserer eigenen und persönlichen Perspektive und bewerten die kleinen und großen Geschehnisse immer individuell. Auf gesellschaftlicher Ebene bedarf es daher Orte der Verhandlung, was Institutionen wie das Landeszeughaus, aber auch die HALLE FÜR KUNST sein können.

Die Mechanismen und Erzählungen historischer Stätten, wie dem Landeszeughaus, unterscheiden sich im Gegensatz zu Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zwar in ihrer Machart, aber haben in ihren Inhalten mehr gemein, als man zunächst vermuten würde. Insgesamt geht es auch hier um den gesellschaftlichen Umgang mit Kultur und Kunst im Speziellen sowie deren Präsentation. Demnach stehen hinter beiden Orten auch Interessen, die an der Präsentation dessen, was gezeigt wird, auch immer interessiert sind. Genau diese Parallele aber auch die konkrete Intervention von Franz Kapfer werden Thema dieses Abends sein.

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Franz Kapfer

*1971 Fürstenfeld, lebt in Wien

Solo (u.a.): Kunst am Bau, Graz (2025), Club Hybrid, Graz (2021), museumORTH, Orth (2020), Museum Hartberg (2017), GPLcontemporary, Wien (2016), Kunstpavillon Innsbruck (2009), Belvedere, Wien (2008), Museum Moderner Kunst Stiftung Wörlen, Passau (2007), Salzburger Kunstverein (2006), Galerie Hohenlohe, Wien (2006), Bétonsalon, Paris (2005), Galerie Hohenlohe, Wien (2004), Neue Galerie am Universalmuseum Joanneum, Studio, Graz (2002); Shows (u.a.): Kyiv Biennale, Wien (2023), evn sammlung, Maria Enzersdorf (2022), Neue Galerie am Universalmuseum Joanneum, Graz (2022), HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz (2021), Lentos Kunstmuseum, Linz (2021), Sala Omnia, Bukarest (2019), Würtembergischer Kunstverein, Stuttgart (2019), EVN collection, Plowdiw (2019), Kunsthaus Graz (2018), Zeta Art Center & Gallery, Tirana (2018), Belvedere 21, Wien (2017), Biennale Gherdëina 5, Ortisei (2016), MUSA, Wien (2016), GFZK, Leipzig (2015), Kyiv Biennial, Kiew (2015), Kunsthalle Mainz (2015), University Museum and Art Gallery, Hong Kong (2015), National Centre for Contemporary Arts, Nizhny Novigrad und Moskau (2014), Leopold Museum, Wien (2014), Secession, Wien (2014), Ferdinandeum, Innsbruck (2013), Ludwig Museúm, Budapest (2013), Depo, jüdische Bäckerei und Österreichisches Kulturforum, Istanbul (2013), Lentos Linz (2012), Busan Biennale (2012), MUAC, Mexico City (2012), Galerie im Taxispalais, Innsbruck (2011), Museum of Contemporary Art, Kraków (2011), BWA SOKOL Gallery of Contemporary Art, Nowy Sącz (2011), im Rahmen von Franz West, Extroversion, 54. Biennale di Venezia, Venedig (2011)

Jan Tappe

lebt in Graz

ist Kurator an der HALLE FÜR KUNST Steiermark. Bis 2020 war er Programmkoordinator an der Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Davor war er unter anderem am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart und der Kunsthalle Wien tätig. Nach einem Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim absolvierte er das Masterprogramm Curatorial Studies – Geschichte – Theorie – Kritik an der Städelschule und der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Bettina Habsburg-Lothringen

lebt in Graz

Dr. Bettina Habsburg-Lothringen ist die Leiterin der Abteilung Kulturgeschichte des Landeszeughaus, des Museums für Geschichte sowie der Multimedialen Sammlungen und der Museumsakademie des Universalmuseums Joanneum in Graz. Sie studierte Geschichte und Deutsche Philologie an der Universität Graz. Ihre Forschungs- und Interessensgebiete liegen bei historischen Museen, der gesellschaftlichen Funktion von Museen und der Ausstellungsgestaltung. Die Historikerin und Kulturmanagerin ist im Beirat zahlreicher Museen tätig, publiziert immer wieder zur Kulturgeschichte und Museologie und zeichnet sich durch rege Vortragstätigkeit aus.

Franz Kapfer, Atlanten (Stoffmaske), 2022 – 24

Schnittschablone, aufgeständert; Stoffmaske, 796145 cm, Lack auf Holz, Plexiglas, Gewichte; Courtesy der Künstler