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Total Romance: Partial Repair

Performance 

Isabel Lewis, Total Romance: Partial Repair, 2022

Performance im Rahmen einer Residenz am Schauspiel Leipzig; Foto: Harriet Meyer

Die Performance Total Romance: Partial Repair ist Herzstück und Ausgangspunkt für die gemeinsame Ausstellung von Isabel Lewis und Dirk Bell. In der HALLE FÜR KUNST Steiermark wird sie von vier Performer:innen ausgeführt. Gemeinsam mit den beiden Künstler:innen Lewis und Bell werden Vokalist:in, Performer:in und Künstler:in Rupert Enticknap und Performer:in und Poledancer:in Yann Slattery das neuadaptierte Stück auch in Bezug auf die in-situ entstanden Ausstellungssituation verändern und mit ihr spielen und interagieren.

Insgesamt werden an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei verschiedene Versionen des Stücks gespielt. In der heutigen Version handelt es sich um eine dekonstruierte Variante der Fassung vom Vortag, bei der jeweils ein Textfragment der jamaikanischen Autorin Sylvia Wynter im Vordergrund steht und sich mit einem Brauch namens Junkanoo beschäftigt. Der Junkanoo-Karneval erlaubte es insbesondere schwarzen, versklavten Körpern innerhalb der kolonialen Welt, soziale Rollen umzudrehen, so dass sie alle Positionen von König:innen, zu Liebhaber:innen bis Lady respektive Sir durch das Schlüpfen in eine Rolle besetzen konnten. Diese Tradition setzte sich bis heute fort. Als eine karnevalistische Performance, die mit der Idee von Befreiung und Freude operiert, lassen sich soziale und ökonomische Strukturen dergestalt umkehren, dass sie als eine Praxis des Widerstands gelesen werden können.

Tanz, Theater und der Karneval in seinen verschiedenen Formen boten stets die Möglichkeit, in andere gesellschaftliche Rollen zu wechseln und so soziale Missstände nicht nur spürbar zu machen, sondern sie auch spielerisch zu überwinden. Diese Version ist ausdrücklich so gedacht, dass Besucher:innen zu jeder Zeit und nach Belieben in das Setting ein- und aussteigen können.

Eintritt frei

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Isabel Lewis

*1981 in Santo Domingo, lebt in Berlin

Solo (u.a.): Galerie Wedding (2022, mit Dirk Bell), Belvedere 21, Wien (2021), Kunsthalle Zürich (2020), Gropius Bau, Berlin (2019), dOCUMENTA (13), Kassel (2013), MoMA PS1, New York (2010), New Museum, New York (2009); Shows (u.a.): Kunsthal Charlottenborg, Copenhagen (2023), 58. Biennale di Venezia, Venedig (2019), 14th Sharjah Biennale (2019), Klöntal Triennale, Kunsthaus Glarus (2017) Tate Modern, London (2017), Kunsthalle Frankfurt, Frankfurt am Main (2017), Mofo, Contemporary Arts Tasmania, Hobart (2017), McaM Shanghai (2016), Palais de Tokyo, Paris (2016), Statens Museum for Kunst, Copenhagen (2016), Dia Art Foundation, New York (2016), Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin (2015), Gothenburg Biennial of Art (2015), Liverpool Biennale (2014), Kunsthalle Basel (2014), PS122, New York (2010)

Dirk Bell

*1969 in München, lebt in Berlin

Solo (u.a.): Galerie Wedding (2022, mit Isabel Lewis), BQ, Berlin (2022, 2016), QBBQ’s, Berlin (2019), Gavin Brown’s Enterprise, New York (2016), The Fireplace Project, New York (2015), SVIT, Prag (2013), Pinakothek der Moderne, München (2011), The Modern Institute, Glasgow (2011), Schinkel Pavillion, Berlin (2009); Shows (u.a.): Kunsthal Charlottenborg, Copenhagen (2023), Kewenig, Berlin (2022), Bundeskunsthalle Bonn (2022), BravinLee Programs, New York (2021), 1969 Gallery, New York (2021), Halle am Berghain, Berlin (2020), Kunstmuseum Wolfsburg (2020), Sexauer Gallery, Berlin (2017), Halle für Kunst Lüneburg (2017), Haus Mödrath ­– Räume für Kunst, Kerpen (2017), Kunsthalle Bremerhaven (2016), Neuer Berliner Kunstverein (NBK) (2015), Witte de With Centrum voor Hedendaagse Kunst, Rotterdam (2014), GAK Bremen (2013), Kölnischer Kunstverein (2011), Drawing Room London (2010), Chelsea Art Museum, New York (2009)

Rupert Enticknap

lebt in Berlin

Rupert Enticknap (UK) lebt in Berlin und ist Sänger:in, Performer:in und Künstler:in. Ihre transdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen und innerhalb von Oper, zeitgenössischer Musik, Tanz und Installationen. Sie arbeiten meist in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Institutionen. Seine Herangehensweise an die Stimme ist stark von Vorstellungen des Choreografischen beeinflusst. Er betrachtet das Musizieren in erster Linie als eine körperliche Praxis und arbeitet mit dem Körper, um nicht-lineare Wege der Untersuchung und Performativität zu finden. Ruperts eigene Arbeit beschäftigt sich derzeit mit Begriffen wie Versagen, Männlichkeit, dem Körper als Archiv und englischem Volkstanz.

Isabel Lewis, Total Romance: Partial Repair, 2022

Performance im Rahmen einer Residenz am Schauspiel Leipzig; Foto: Harriet Meyer