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Was bleibt
Cevdet Erek 

Vortrag 

Kasper, Sándor: Zum großen Altar der Demeterterrasse in Pergamon“, Verlag Walter de Gruyer & Co., Berlin, 1972

Foto: HK

Der Künstler stellt in seiner Lecture Performance seine künstlerische Aufarbeitung der historischen Funktion und fortwährende Rezeptionsgeschichte des in Berlin befindlichen Pergamonaltars anhand seiner Arbeit Bergama Stereo (2019) vor. Der Altar gilt als eines der bedeutenden hellenistischen Bauwerke aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert, und befindet sich in dem nach ihm benannten Museum in Berlin. Thematisch orientiert sich der Künstler an den Fragestellungen der Ausstellung, setzt diese jedoch in den Kontext seiner eigenen künstlerischen Arbeit, die sich eng mit der Entwicklung der Antikenrezeption in Wissenschaft und Kultur des letzten Jahrhunderts auseinandersetzt. Erek bezog sich in seiner im Hamburger Bahnhof in Berlin ausgestellten Arbeit auf den berühmten Gigantenfries des Altars, dessen Fragmente Ende des 19. Jahrhunderts vom ursprünglichen Standort in der heutigen Türkei nach Berlin transportiert wurden. In der 34-Kanal-Komposition übernimmt der Sound die zentrale Rolle zur Schaffung einer Architektur, die Besucher_​innen in ihrer Bewegung durch den Raum hörend erfassen. 

Cevdet Erek, (*1974 Istanbul, lebt in Instanbul), studierte Architektur an der Mimar Sinan Universität der Schönen Künste in Istanbul und Tontechnik und Sounddesign am Centre for Advanced Studies in Music der Istanbul Teknik Üniversitesi, wo er auch promovierte. Cevdet Erek bezieht die Charakteristika des jeweiligen Ortes in seine Arbeiten mit ein. Videos, LEDs, rhythmische Klänge und Bilder sind Elemente seiner Projekte, bei denen es oft um die Veränderung der Wahrnehmung und des Raumgefühls geht. Er war mit monografischen Ausstellungen von Istanbul über Basel bis Göteborg vertreten. Im Jahr 2012 war er auf der Dokumenta 13 in Kassel vertreten. Erek ist außerdem Schlagzeuger in der Istanbuler Experimental-Rock-Band Nekropsi.

Kasper, Sándor: Zum großen Altar der Demeterterrasse in Pergamon“, Verlag Walter de Gruyer & Co., Berlin, 1972

Foto: HK