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Die Sprache des Hasses
Franz Kapfer 

Performance 

Franz Kapfer, Im Rücken die Ruinen von Europa“, 2019 – 2021

Foto: Franz Kapfer

Dass das Träumen einen Anteil an Geschichte – als geschichtliches Unbewusstsein – hat, geht auf Walter Benjamin zurück, als er 1925 noch auf Kraft und Pathos eines surrealistischen und emanzipatorischen Freiheitsbegriffes setzte. Als dann die (Alp-)Träume vom Dritten Reich überholt worden waren, sammelte er im unvollendeten Passagen-Werk (1934 – 40) eine von den Trümmern der Vergangenheit ausgehende, gegenwartsbestimmende Geschichtskonzeption, die er einfach Geschichtsraum“ nannte. In Franz Kapfers Geschichtsraum sind es rechtsextreme Symbole, die an rostenden Ketten hängend, an der Zerstörung Europas arbeiten. 

Kapfer lässt uns mit der Installation Im Rücken die Ruinen von Europa (201921) in ein Schattenreich eintauchen – wie auf einem Schlachtfeld versammelt, starren uns unbemannte Gladiatorenschilde an. War der sich von den Ketten der römischen Antike befreit habende Spartacus lange Zeit eine Inspiration für die Linke, so beanspruchen nun Rechtsextreme für sich die neuen Gladiatoren zu sein, die sich gegen Unterdrückung erheben.
Kapfers assoziative Geschichtsdickichte werden für die Betrachtenden meist deshalb zum Problem, weil er offenbart, wie leicht ehemals verbindliche Ikonographien politisch verformt werden können.
Die Installation dient dem Künstler als Rahmen für eine Lecture Performance.

Franz Kapfer (*1971 Fürstenfeld, lebt in Wien) stellte unter anderem auf der Expo 2000, Hannover; dem Atelier Augarten, Wien; Salzburger Kunstverein; Oberes Belvedere, Wien; der Busan Biennale und der Kiew Biennale aus.

Franz Kapfer, Im Rücken die Ruinen von Europa“, 2019 – 2021

Foto: Franz Kapfer