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Tobias Boos 
Kettensäge, Krypto, Korruption. 
Argentinien zwischen Populismus und radikaler Rechten

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Tobias Boos Forschungsschwerpunkt liegt auf Lateinamerika, insbesondere auf Fragen der sozialen Struktur, des Populismus und aktueller politökonomischer Entwicklungen. In diesem Vortrag analysiert er unter anderem die langfristigen Folgen der schweren Wirtschaftskrise Argentiniens um die Jahrtausendwende, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Nach einer Phase wirtschaftlicher Erholung unter den Kirchner-Regierungen, die auf staatlich gelenkte Entwicklung setzten, kam es trotz anfänglicher Verbesserungen nicht zu einer nachhaltiger Umverteilung. Seit 2012 befindet sich das Land erneut in einer tiefen Krise mit wachsender Inflation, sinkenden Einkommen und zunehmender Unsicherheit am Arbeitsmarkt. Der politische Wechsel zu einer wirtschaftsliberalen Regierung unter Mauricio Macri brachte keine nachhaltige Stabilisierung, während auch die Rückkehr eines kirchnerischen Bündnisses unter Alberto Fernández die Probleme nicht lösen konnte. Die wiederholten Krisen und das Scheitern unterschiedlicher wirtschaftspolitischer Ansätze führten zu einem Vertrauensverlust großer Teile der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit des Staates. Vor diesem Hintergrund wurde Javier Milei 2023 zum Präsidenten gewählt, der einen radikalen Bruch mit dem bestehenden System versprach. Sein politisches Projekt verbindet libertäre, rechtspopulistische und technologisch-utopische Elemente und steht zugleich in einer längeren Tradition populistischer Politik in Argentinien. Die Entwicklungen in Argentinien werfen damit nicht nur Fragen zur nationalen Zukunft des Landes auf, sondern sind auch im internationalen Kontext von politischer Bedeutung.

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Tobias Boos

lebt in Wien

studierte Politikwissenschaften, Soziologie und Entwicklungsstudien in Wien, Buenos Aires, Quito, London und Madrid und schloss 2019 mit einem PhD in Politikwissenschaften an der Universität in Wien ab.

Nach Stationen als Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien (2019), als stellvertretender Leiter des Forschungsnetzwerks Lateinamerika an der Universität Wien (2020 – 2024), ist er seit 2023 Leitender Forscher des vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (OenB) finanzierten Projekts The Cultural Political Economy of Bitcoin in the Global South (BITELSA)“, das die Bitcoin-Einführung in El Salvador untersucht. Darüber hinaus ist er seit 2025 Senior Scientist am Institut für Politikwissenschaften an der Universität Wien sowie Visiting Researcher am Department of International Development des King’s College in London.

Publikationen (Auswahl): Populismus in der Mittelklasse. Die Kirchner-Regierungen zwischen 2003 und 2015 in Argentinien, 2001, Sozialstruktur in Lateinamerika. Dynamiken und Akteure im 21. Jahrhundert, 2021. Social Structure in Latin America. Dynamics and Actors in the 21st Century, Springer VS, 2021, Bitcoin, Techno-Utopianism and Populism: Unveiling Bukele’s Crypto-Populism in El Salvador’s Adoption of Bitcoin. In: Economy and Society, 2025.

Weitere Beiträge

Kathy Rae Huffman 
VOM CYBERFEMINISMUS 
BIS HEUTE

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Der Vortrag von Kathy Rae Huffman zeigt, wie sich der Cyberfeminismus seit den 1990er-Jahren entwickelte: Er vernetzte Frauen im digitalen Raum, hinterfragte bestehende Machtstrukturen und präsentierte Beispiele – von VNS Matrix bis hin zu zeitgenössischem digitalen Aktivismus –, die die Kritik an Plattformkonzernen, KI-Kulturen und globalen Ungleichheiten deutlich machen.

Kathy Rae Huffman 

Karin M. Schmidlechner 
Steirische Frauen im Nationalsozialismus und danach

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Karin Maria Schmidlechner zeigt in ihren Forschungen sowie in dem gemeinsam mit Heimo Halbrainer herausgegebenen Band Aus dem Blickfeld“, dass die Lebensrealitäten steirischer Frauen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit vielfältig und ambivalent waren, erweitert damit die wissenschaftliche Auseinandersetzung über deren Alltag und dekonstruiert zugleich gängige Narrative wie jenes der angepassten Frau oder der sogenannten Trümmerfrau“.

Karin M. Schmidlechner 

Eva Ursprung
The Art of Surfacing

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Eva Ursprung, _Anlegestelle_, 2026

Mit der Ausstellung The Art of Surfacing präsentiert die HALLE FÜR KUNST Steiermark das vielschichtige Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung. Ihre medienübergreifenden, feministischen und gesellschaftskritischen Ansätze kreisen um das Element Wasser als Metapher für Wandel und politische wie ökologische Prozesse.

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Susanne Wenger
Àdùnní Olórìṣà

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Susanne Wenger gilt als eine zentrale Künstlerin Österreichs nach 1945 und als frühe Wegbereiterin des Surrealismus. Ihr Œuvre, das Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Batiken umfasst, überschreitet ästhetische Kategorien und verbindet Kunst, Spiritualität und Mythos. 

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Ausstellungsrundgang
Celina Eceiza: Ofrenda

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Celina Eceizas Werk wächst aus einer fast organischen, metabolischen Kraft heraus und umfasst Textilcollagen, Skulpturen, Malerei und Zeichnungen – mal winzig, mal monumental – gleichermaßen aufwendig wie elementar. Die Künstlerin verbindet handwerkliche Textiltechniken wie Patchwork und Collagen aus Fundstücken mit jüngsten Experimenten in Kreidepastellen, die ihren Bildern neue Fluidität verleihen.

Ausstellungsrundgang Celina Eceiza

Annemarie Arzberger
wachgeträumt

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Für die HALLE FÜR KUNST Steiermark entwickelt Annemarie Arzberger in ihrer performativen Präsentation zum ersten Mal ein eigenes Stück und so zugleich ein Setting für ihre Puppen mit drei Szenen, das in einem imaginären Raumschiff spielt, eine Ausstellung umfasst sowie die Räumlichkeiten, das drei Szenen vorgeben: das Schlouflaboar, das Houloudeck und die Space-Grotten-Disco. Bei dem Stück handelt es sich um eine Kombination aus Körper- und Puppentheater, welches die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Arzberger aufführt und das mit musikalischen Momenten, arrangiert von Manuel Obriejtan, unterstützt wird. 
 

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Diego Bianchi
Errores Irreales

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Diego Bianchi (*1969 Buenos Aires, lebt in Buenos Aires) gilt als eine der zentralen künstlerischen Positionen Argentiniens und hat insbesondere den Begriff der Skulptur aktualisiert. Für seine installative und performative Ausstellung Errores Irreales in der HALLE FÜR KUNST Steiermark versammelt Bianchi eine Auswahl seiner mit dem Körperbegriff spielenden Skulpturen.

Slide show Diego Bianchi