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Stefan Albl
Die Renaissance der Sinnlichkeit. Tizian um 1520 

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Der Vortrag von Dr. Stefan Albl beleuchtet die sinnliche Wende in der Kunst um 1520, insbesondere durch den Maler Tizian. Inspiriert von der italienischen Renaissancemalerei, greift die zeitgenössische Künstlerin Louise Giovanelli zentrale Themen dieser Epoche auf, etwa die Darstellung von Ekstase und Körperlichkeit. Tizian markiert dabei einen Wendepunkt in der Malerei der Renaissance: Er verbindet technische Meisterschaft mit tiefem emotionalen Ausdruck. Farbe dient ihm – wie Giovanelli – als Mittel innerer Bewegtheit. Seine Werke thematisieren Licht, Fleisch und Stofflichkeit nicht nur visuell, sondern auch philosophisch. Besonders das Werk Venus von Urbino zeigt Frauenkörper als selbstbewusste, lebendige Erscheinungen – nicht idealisiert, sondern menschlich und würdevoll. Tizian legt den Fokus auf fühlende, begehrende Menschen, wodurch Körper und Seele in Einklang treten. Diese neue Form von Sinnlichkeit bedeutet eine Abkehr von abstrakten Idealen hin zur individuellen Erfahrbarkeit. Damit steht Tizian exemplarisch für eine neue Phase der Renaissance, in der das Sinnliche als gleichwertig zum Geistigen verstanden wird.

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Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Stefan Albl

*1984 in Wien, lebt in Graz

studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien und an der Università Roma Tre und promovierte an der Universität Wien, wo er auch seinen Post-Doc absolvierte. Nach Stationen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, an der Bibliotheca Hertziana in Rom, am Center for Advanced Study in the Visual Arts an der National Gallery of Art in Washington, war er Visiting Professor für Kunstgeschichte an der Placky Universität in Olomouc. Seit 2023 ist er Sammlungskurator für Frühe Neuzeit an der Alten Galerie & Schloss Eggenberg in Graz.

Publikationen: Pietro Testa als Maler, Wien 2021, Mattia Pretis Befreiung des Heiligen Petrus aus dem Kerker, Rom 2020, La fortuna dei Baccanali di Tiziano nell’arte e nella letteratura del Seicento, hg. von Stefan Albl und Sybille Ebert-Schifferer, Rom 2019, Göttliche Betrüger. Bartholomäus Sprangers Venus, Mars und Amor in der Alten Galerie in Graz, in Studia Rudolphina 23/2024, S. 51 – 73.

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