Rose-Anne Gush
Surrealismus aus einer globalen Perspektive
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Rose-Anne Gushs Vortrag analysiert die politische Ästhetik des Surrealismus und dessen antikoloniale sowie antifaschistische Ausrichtungen anhand künstlerischer Praktiken in Paris und Martinique zwischen 1920 und 1960. Dabei stellt sie die Frage, wie surrealistische Arbeiten – von Chris Markers und Alain Resnais‘ Film Les Statues Meurent Aussi (1953, Statuen sterben auch) bis hin zu weniger bekannten antikolonialen und antifaschistischen Archiven – die gewalttätigen Ungleichheiten und Krisen der kapitalistischen Moderne verkörperten und noch immer materialisieren. Gush argumentiert, dass der radikale Formalismus des Surrealismus die ungleichen Entwicklungen der kapitalistischen Moderne verkörperte und neu verortete. Der Surrealismus wird von ihr als transnationale Bewegung verstanden, die koloniale Machtstrukturen künstlerisch hinterfragte und alternative emanzipatorische Perspektiven aufzeigte. Gush schlug eine kunsthistorische Methodologie vor, die Kunst als aktiven Bestandteil gesellschaftlicher Kämpfe begreift und dabei insbesondere bisher marginalisierte künstlerische Positionen stärker in den Fokus rückt.
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Rose-Anne Gush
ist Schriftstellerin, Kunsthistorikerin und Assistenzprofessorin am IZK – Institut für Zeitgenössische Kunst der TU Graz. Ihre Forschungsinteressen umfassen politische Ästhetik und Theorien der „globalen Kunst“, einschließlich des transnationalen Surrealismus, der räumlichen Politik des Kapitalismus, der künstlerischen Form und der Geographien der Extraktion sowie Theorien zu Marxismus, Gender, Trauma und Erinnerung. Ihre jüngsten Artikel wurden in Berlin Review, FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und visuelle Kultur, Camera Austria, Brand-New-Life Magazine, Third Text, Kunst und Politik: Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft, und in Performance Research veröffentlicht. Ihre erste Monografie Artistic Labour of the Body erscheint demnächst in der Buchreihe Historical Materialism bei Brill und Haymarket.







