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Private Matter
Stefanie Kitzberger, Jenni Tischer 

Video

Das Video ist in deutscher Sprache verfügbar

Die Feststellung, dass das Private politisch ist, hat in den letzten Jahren nicht an Aktualität verloren, wie aktuelle Debatten um häusliche Gewalt, die zunehmende Ökonomisierung der Privatsphäre oder Forderungen nach gerechter Entlohnung von Sorge- und Pflegearbeit zeigen. Auch in der zeitgenössischen bildenden Kunst, in Film und Literatur bilden persönliche Erfahrungen beziehungsweise die eigene Geschichte verstärkt Ausgangspunkte gesellschaftspolitisch angelegter Kritiken. In einem Zeitalter in dem Identitätspolitik zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Gesellschaft gehört schließen sich soziale Gerechtigkeit und der Kampf um kulturelle Anerkennung Einzelner nicht mehr aus. 

Im Gespräch widmen sich die Kunsthistorikerin Stefanie Kitzberger und die Künstlerin Jenni Tischer den unterschiedlichen Bedeutungen der beiden Begriffspaare Privatheit und Öffentlichkeit und diskutieren jene anhand der filmischen Arbeit The Expulsion (2019) des britischen Künstlers Larry Achiampong, die in der Ausstellung zu sehen ist, und dem Film Nightcleaners (1975) des Berwick Street Film Collectives. Beide Filme widmen sich der prekären Situation von Schwarzen Arbeitskräften, die nachts Büroräume für eine vorwiegend weiße Belegschaft reinigen. Die Veranstaltung bietet so über die Werke hinaus Gelegenheit über die politische Dimension von prekärer Arbeit im Verhältnis zu Herkunft und Geschlecht zu sprechen.

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Jenni Tischer

*1979 Heidelberg, lebt in Wien und Berlin

studierte an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden und der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausstellungen unter anderem in der Galerie Krobath, Wien; im Kunstforum Basel; im MAK Center, Los Angeles. Derzeit hält sie Lehrveranstaltungen an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Stefanie Kitzberger

*1987 Linz, lebt in Wien

ist Kunsthistorikerin. Sie forscht zu marxistischen/​sozialistischen und feministischen Positionen der Moderne und Gegenwart und unterrichtet derzeit an der Universität für angewandte Kunst Wien.

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Eva Ursprung
The Art of Surfacing

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Eva Ursprung, _Anlegestelle_, 2026

Mit der Ausstellung The Art of Surfacing präsentiert die HALLE FÜR KUNST Steiermark das vielschichtige Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung. Ihre medienübergreifenden, feministischen und gesellschaftskritischen Ansätze kreisen um das Element Wasser als Metapher für Wandel und politische wie ökologische Prozesse.

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Susanne Wenger
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Susanne Wenger gilt als eine zentrale Künstlerin Österreichs nach 1945 und als frühe Wegbereiterin des Surrealismus. Ihr Œuvre, das Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Batiken umfasst, überschreitet ästhetische Kategorien und verbindet Kunst, Spiritualität und Mythos. 

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Celina Eceizas Werk wächst aus einer fast organischen, metabolischen Kraft heraus und umfasst Textilcollagen, Skulpturen, Malerei und Zeichnungen – mal winzig, mal monumental – gleichermaßen aufwendig wie elementar. Die Künstlerin verbindet handwerkliche Textiltechniken wie Patchwork und Collagen aus Fundstücken mit jüngsten Experimenten in Kreidepastellen, die ihren Bildern neue Fluidität verleihen.

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Annemarie Arzberger
wachgeträumt

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Für die HALLE FÜR KUNST Steiermark entwickelt Annemarie Arzberger in ihrer performativen Präsentation zum ersten Mal ein eigenes Stück und so zugleich ein Setting für ihre Puppen mit drei Szenen, das in einem imaginären Raumschiff spielt, eine Ausstellung umfasst sowie die Räumlichkeiten, das drei Szenen vorgeben: das Schlouflaboar, das Houloudeck und die Space-Grotten-Disco. Bei dem Stück handelt es sich um eine Kombination aus Körper- und Puppentheater, welches die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Arzberger aufführt und das mit musikalischen Momenten, arrangiert von Manuel Obriejtan, unterstützt wird. 
 

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Diego Bianchi
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Diego Bianchi (*1969 Buenos Aires, lebt in Buenos Aires) gilt als eine der zentralen künstlerischen Positionen Argentiniens und hat insbesondere den Begriff der Skulptur aktualisiert. Für seine installative und performative Ausstellung Errores Irreales in der HALLE FÜR KUNST Steiermark versammelt Bianchi eine Auswahl seiner mit dem Körperbegriff spielenden Skulpturen.

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Ofrenda [Geschenk] eröffnet einen einzigartigen Zugang zum Raum: Hier wird Architektur wie ein atmender, lebendiger Körper erfahrbar, der seinen Zustand verändert, während man von einem Raum in den nächsten geht. Die Starre des Gebäudes löst sich auf, sobald die Wände mit tausenden Metern Stoff behängt werden, die durch kollektives, zeitloses Nähen miteinander verbunden sind und eine einzige, glatte, empfindliche Oberfläche bilden, die auf die kleinste Veränderung reagieren kann.

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