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Nicole Streitler-Kastberger
Der Mann ohne Eigenschaften: Wirklichkeitssinn und Möglichkeitssinn

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Die Ausstellung Future of Melancholia setzt sich mit den Spannungsfeldern von Nostalgie und Fortschrittsglauben auseinander, die besonders in Städten wie Belgrad, Wien und Graz spürbar werden. Dabei greift sie ein melancholisches Stimmungsbild auf, das auch an die Atmosphäre von Kakanien zu Anfang des 20. Jahrhunderts erinnert und durch Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften literarisch verdichtet wurde. Musils Protagonist Ulrich verkörpert einen Möglichkeitssinn“, der sich festen Lebensentwürfen entzieht und zwischen Zweifel, Ironie, Hingabe und kreativer Negativität oszilliert. Der Roman, der als interdiskursives Werk gilt, hinterfragt bis heute gültige Themen wie Lebensführung, Verantwortung und das Spannungsverhältnis zwischen Handeln und Nachdenken – Fragen, die auch in unserer Gegenwart nach Rückzug und Reflexion aktuell bleiben. In diesem Gespräch mit Sandro Droschl hat sich die Musil-Expertin Nicole Streitler-Kastberger auf präzise Weise dem Monumentalwerk genährt und jene Fragen näher erörtert.

Zur Ausstellung

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Nicole Streitler-Kastberger

* 1972 in Dornbirn, lebt in Graz und Wien

ist Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Autorin. 1990 – 1995 Studium in Wien, dann von 1997 – 2000 und 2003 auf zwei Wellness-Lektoraten“ in Nizza und Bari. Sie hat ihre Dissertation zu Musil als Kritiker (Bern 2006) verfasst und war zwanzig Jahre lang Mitarbeiterin der Wiener Ausgabe der Werke Ödön von Horváths (Berlin 2009 – 2024). Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin (Senior Scientist) am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Universität Graz.

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Eva Ursprung, _Anlegestelle_, 2026

Mit der Ausstellung The Art of Surfacing präsentiert die HALLE FÜR KUNST Steiermark das vielschichtige Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung. Ihre medienübergreifenden, feministischen und gesellschaftskritischen Ansätze kreisen um das Element Wasser als Metapher für Wandel und politische wie ökologische Prozesse.

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Susanne Wenger
Àdùnní Olórìṣà

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Susanne Wenger gilt als eine zentrale Künstlerin Österreichs nach 1945 und als frühe Wegbereiterin des Surrealismus. Ihr Œuvre, das Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Batiken umfasst, überschreitet ästhetische Kategorien und verbindet Kunst, Spiritualität und Mythos. 

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Ausstellungsrundgang
Celina Eceiza: Ofrenda

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Celina Eceizas Werk wächst aus einer fast organischen, metabolischen Kraft heraus und umfasst Textilcollagen, Skulpturen, Malerei und Zeichnungen – mal winzig, mal monumental – gleichermaßen aufwendig wie elementar. Die Künstlerin verbindet handwerkliche Textiltechniken wie Patchwork und Collagen aus Fundstücken mit jüngsten Experimenten in Kreidepastellen, die ihren Bildern neue Fluidität verleihen.

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Annemarie Arzberger
wachgeträumt

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Für die HALLE FÜR KUNST Steiermark entwickelt Annemarie Arzberger in ihrer performativen Präsentation zum ersten Mal ein eigenes Stück und so zugleich ein Setting für ihre Puppen mit drei Szenen, das in einem imaginären Raumschiff spielt, eine Ausstellung umfasst sowie die Räumlichkeiten, das drei Szenen vorgeben: das Schlouflaboar, das Houloudeck und die Space-Grotten-Disco. Bei dem Stück handelt es sich um eine Kombination aus Körper- und Puppentheater, welches die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Arzberger aufführt und das mit musikalischen Momenten, arrangiert von Manuel Obriejtan, unterstützt wird. 
 

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Diego Bianchi
Errores Irreales

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Diego Bianchi (*1969 Buenos Aires, lebt in Buenos Aires) gilt als eine der zentralen künstlerischen Positionen Argentiniens und hat insbesondere den Begriff der Skulptur aktualisiert. Für seine installative und performative Ausstellung Errores Irreales in der HALLE FÜR KUNST Steiermark versammelt Bianchi eine Auswahl seiner mit dem Körperbegriff spielenden Skulpturen.

Slide show Diego Bianchi

Celina Eceiza
Ofrenda

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Ofrenda [Geschenk] eröffnet einen einzigartigen Zugang zum Raum: Hier wird Architektur wie ein atmender, lebendiger Körper erfahrbar, der seinen Zustand verändert, während man von einem Raum in den nächsten geht. Die Starre des Gebäudes löst sich auf, sobald die Wände mit tausenden Metern Stoff behängt werden, die durch kollektives, zeitloses Nähen miteinander verbunden sind und eine einzige, glatte, empfindliche Oberfläche bilden, die auf die kleinste Veränderung reagieren kann.

Ausstellungsrundgang Celina Eceiza