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Gender und Humor 
Mario Huber 

Gender und Humor. Zwei ganz heiße Eisen.

In der Theorie lässt sich zwischen Gender und Humor schnell ein verbindendes Moment herausstellen. Einerseits sind sowohl Fragen zum sozialen Geschlecht als auch Reaktionen auf Komisches auf vielfältige Weise mit gesellschaftlichen Normen, Institutionen und Symbolen verbunden. Andererseits wird in beiden Bereichen, neben der Beschreibung und der Kritik an Macht- und Herrschaftsstrukturen, der Beobachtung von individuellen Ausformungen Raum gegeben und ein breites Spektrum an Lebenswelten sichtbar.

Dies hört sich theoretisch schön und gut an und bietet die besten Voraussetzungen für spannende Arbeiten und Ansichten. Allerdings wird bei der gemeinsamen Betrachtung von Gender und Humor oft noch sehr konservativ (und damit binär) gedacht. Im Kabarett- und Comedybereich wird zum Beispiel noch vielfach behauptet: Männer sind so – und Frauen so.“ Gelacht werden soll am Ende dann eher über die Frau als über den Mann. Aber auch abseits von künstlerischen Bühnenarbeiten begegnen uns diese einfachen Welterklärungen. So gehen in der alltäglichen Kommunikation nach wie vor ein Großteil der Witze auf Kosten von Frauen. Männer scheinen größere Freiheiten beim Ausleben ihres Humors zu haben, wohingegen für Frauen weniger Subjekthaftes vorgesehen ist. Alle abseits davon werden wenig bis gar nicht mitgedacht. Irgendwo scheint da der Wurm bzw. die Würm:in drin zu sein, zwischen den spannenden Möglichkeiten und der vielfach gelebten Realität.

Gender und Humor – diesem komplizierten Feld aus Stereotypen, Klischees und Übertreibungen versuchen wir an diesem Abend einigermaßen Herr und Frau und Dazwischen und Außerhalb zu werden. Ein Vortrag in Anlehnung an den Titel der Ausstellung, mit einigen Ruf‑, aber vor allem vielen, vielen Fragezeichen. 

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Mario Huber

Autor und Literaturwissenschaftler

Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Graz, 2014 – 2022 Mitarbeiter am Österreichischen Kabarettarchiv (teilw. ehrenamtlich), 2018 – 2023 Mitarbeiter am Zentrum für Kulturwissenschaften der Universität Graz, seit 2019 Lehrbeauftragter am Germanistikinstitut der Universität Graz, seit Herbst 2023 Mitarbeiter am Archiv der Zeitgenossen der Universität Krems, Publikationen zum Österreichischen Kabarett, Recht und Literatur, Erinnerungskulturen und Dialektliteratur

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