Hans-Christian Dany: Oswald Wieners Überlegungen zum Spannungsfeld von Dandyism, Paranoia und KI, als frühe Ahnung der gegenwärtigen Probleme der großen Sprachmodelle mit Autophagie, Halluzinationen und dem Habsburg-Effekt
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Im Rahmen der Ausstellung A. I. O. nähert sich Hans-Christian Dany dem Werk Oswald Wieners aus einer gegenwärtigen Perspektive. Ausgehend von Wieners die verbesserung von mitteleuropa, roman folgt Dany dessen eigentümlichen Verbindungen von Dandysme, Paranoia, Bewusstsein und technischer Entwicklung und fragt danach, welche Resonanzen diese Überlegungen heute entfalten.
Dany interessiert dabei weniger eine lineare Aktualisierung von Wieners Denken als dessen produktive Widersprüche und spekulative Sprünge. In seinem Vortrag verbindet er Wieners Vorstellungen von künstlicher Intelligenz und technischen Systemen mit gegenwärtigen Erfahrungen von generativer KI, ihren Halluzinationen und selbstbezüglichen Prozessen. So entsteht eine persönliche Lektüre, in der Wieners Texte nicht nur als frühe Visionen technologischer Entwicklungen erscheinen, sondern als Ausgangspunkt für Fragen nach Wahrnehmung, Begehren und der zunehmenden Unschärfe zwischen menschlichem und maschinellem Denken.
Die Aufzeichnung des Vortrags macht diesen eigenen Zugang zu einem Autor sichtbar, dessen Denken auch Jahrzehnte später weniger Antworten als produktive Irritationen bereithält.
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Hans-Christian Dany
studierte Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seit 1989 veröffentlicht er Artikel in Büchern, Katalogen und internationalen Zeitschriften wie Spuren, Die Beute, Springerin und Star Ship.
Publizierte Bücher: Speed. Eine Gesellschaft auf Droge (2008), Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft (2013) oder Schuld war mein Hobby. Bilanz einer Familie (2024). Gemeinsam mit Valérie Knoll kuratierte er die Ausstellungen No Dandy, No Fun. Gutaussehend in den Untergang (Kunsthalle Bern, 2020 / Briefing Room, Brüssel, 2024) und Udo is Love. Eine Reise in das unfassbare Leben des Udo Kier (Kölnischer Kunstverein, 2024). Er beschäftigt sich gegenwärtig mit der Beziehung von generativen Sprachmodellen, Schreiben und Schizophrenie.







