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Evelyn Plaschg
Artist Talk 

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Der Artist Talk bietet den Besucher:innen die Möglichkeit, die Hintergründe der gezeigten Arbeiten sowie zentrale Themen der Ausstellung aus erster Hand zu erfahren. Gemeinsam sprechen die Künstlerin Evelyn Plaschg und der Kurator Jan Tappe über Prozesse des Malens, über Verschiebungen im Werk, die Rolle von Fotografie als Ausgangsmaterial, die Bedeutung des Körpers im Bild und die zunehmende Aufmerksamkeit für urbane Räume und Infrastrukturen. Ausgangspunkt des Gesprächs ist der Wandel innerhalb von Plaschgs künstlerischer Praxis, der sich über die letzten Jahre vollzogen hat. Ausgehend von einer figürlich motivierten Malerei, in der anonyme, fragmentierte Körperbilder zentrale Motive bildeten, haben sich die aktuellen Arbeiten zunehmend der Darstellung von Objekten, Oberflächen und städtischen Szenerien zugewandt. Diese Entwicklung markiert keinen Bruch, sondern ein Weiterdenken des Körperlichen – ein Verlegen der Fragestellungen rund um Identität, Materialität und Repräsentation in andere bildliche Kontexte. Im Gespräch wird deutlich, wie stark Plaschgs Interesse an Formen, Rhythmen und Strukturen auch in den neuen Bildwelten weiterwirkt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Reflexion der malerischen Mittel selbst: Was bedeutet es, im Medium der Malerei über das Sichtbare hinauszugehen? Wie lassen sich Reibungen, Intimitäten oder Unsicherheiten bildlich darstellen? Und inwiefern sind die neuen Werke auch Reaktionen auf die visuelle Überreizung unserer Zeit, in der digitale Bildwelten und Selbstinszenierungen die Wahrnehmung von Körpern, Räumen und Gegenständen prägen?

Das Gespräch wird auch auf die Rolle der Präsentation eingehen – etwa auf die Entscheidung, die neuen Leinwände in Clustern oder Reihen zu hängen, um serielle Aspekte sichtbar zu machen. Solche installativen Überlegungen erweitern das Verständnis der Malereien und machen deutlich, dass Plaschgs Arbeiten nicht nur als Einzelwerke, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs gedacht sind. Der Artist Talk versteht sich nicht nur als ergänzende Kontextualisierung der Ausstellung, sondern auch als Einladung zum gemeinsamen Nachdenken über zeitgenössische Malerei und ihre Möglichkeiten, komplexe Realitäten abzubilden. In einem offenen Austausch mit dem Publikum werden zudem Fragen zur Arbeitsweise, zur Entwicklung von Bildideen sowie zur gegenwärtigen Relevanz des Mediums Malerei diskutiert.

Zur Ausstellung

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Evelyn Plaschg

*1988, Gnas, lebt in Wien

Einzelausstellungen (Auswahl): Paulina Caspari, München (2024), Scherben, Berlin (2024), Layr, Wien (2023), Galerie Kirchgasse, Steckborn (2021), Canopy, Malmö (2021), Kunstverein Nürnberg, Nürnberg (2021), Pina, Wien (2020), Parallel Vienna, Wien (2019), Zeller van Almsick, Wien (2017).

Gruppenausstellungen (Auswahl): Esther II, New York (2025), Leopold Museum, Wien (2024), Hard Scent Salon, Kopenhagen (2024), Belvedere 21, Wien (2023), The Grand Chelsea, New York (2023), Kunstverein Eisenstadt (2022), Basel Social Club, Basel (2022), Kunstverein Bremerhaven (2022), Smolka Contemporary, Wien (2021), Belvedere 21, Wien (2019), Halle für Kunst, Lüneburg (2018), Acappella, Neapel (2018), Forum Stadtpark, Graz (2017), Glovebox, Auckland (2016), ENSBA, Paris (2016), Neuer Kunstverein, Wien (2016), MUMOK, Wien (2015).

Jan Tappe

lebt in Graz

ist Kurator an der HALLE FÜR KUNST Steiermark. Bis 2020 war er Programmkoordinator an der Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Davor war er unter anderem am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart und der Kunsthalle Wien tätig. Nach einem Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim absolvierte er das Masterprogramm Curatorial Studies – Geschichte – Theorie – Kritik an der Städelschule und der Goethe Universität Frankfurt am Main.

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Celina Eceizas Werk wächst aus einer fast organischen, metabolischen Kraft heraus und umfasst Textilcollagen, Skulpturen, Malerei und Zeichnungen – mal winzig, mal monumental – gleichermaßen aufwendig wie elementar. Die Künstlerin verbindet handwerkliche Textiltechniken wie Patchwork und Collagen aus Fundstücken mit jüngsten Experimenten in Kreidepastellen, die ihren Bildern neue Fluidität verleihen.

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Diego Bianchi (*1969 Buenos Aires, lebt in Buenos Aires) gilt als eine der zentralen künstlerischen Positionen Argentiniens und hat insbesondere den Begriff der Skulptur aktualisiert. Für seine installative und performative Ausstellung Errores Irreales in der HALLE FÜR KUNST Steiermark versammelt Bianchi eine Auswahl seiner mit dem Körperbegriff spielenden Skulpturen.

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