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Nicola Cipani, Thomas Eder
Über « die verbesserung von mitteleuropa, roman » von Oswald Wiener

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Im Rahmen der Ausstellung A. I. O. sprechen die beiden ausgewiesenen Oswald-Wiener-Experten Nicola Cipani und Thomas Eder über die verbesserung von mitteleuropa, roman (1969). Wieners radikaler Text bewegt sich zwischen Literatur, Theorie und Sprachkritik und entwickelt eine eigensinnige Auseinandersetzung mit den technischen und gesellschaftlichen Bedingungen seiner Zeit.

Ausgehend von Wieners Beschäftigung mit Kybernetik und künstlicher Intelligenz diskutieren Cipani und Eder die Denkbewegungen des Romans und seine überraschende Aktualität. Dabei geht es um Fragen von Kontrolle und Steuerung, um die Grenzen menschlicher Handlungsfähigkeit und um die Möglichkeit, sich bestehenden Ordnungen zu entziehen. Die Aufzeichnung des Gesprächs eröffnet einen Zugang zu einem Werk, das bereits in den 1960er-Jahren Fragen formulierte, die heute mit neuer Dringlichkeit zurückkehren.

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Nicola Cipani

*1965 Lausanne, lebt in New York

promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Arbeit über die Mnemotechnik der Renaissance. Er lehrt an der New York University, wo er komparatistische Seminare zu literarischen Maschinen, visueller Poesie und Lautpoesie anbietet. Zudem hat er Oswald Wieners verbesserung von mitteleuropa ins Italienische übersetzt und kommentiert. Sein Kommentar ist auf Deutsch im Ergon Verlag 2022 erschienen (Zur Theorie eines », roman«: Oswald Wieners »verbesserung von mitteleuropa«). Parallel zu seiner akademischen Tätigkeit ist er gelegentlich im Bereich der experimentellen Musik aktiv gewesen. Derzeit arbeitet er an einer Ausgabe von Giordano Brunos Über die Schatten der Ideen.

Thomas Eder

*1968 Linz, lebt in Wien

ist Literaturwissenschaftler mit Schwerpunkten auf die Literatur der Neoavantgarde und auf Cognitive Poetics“, lehrt am Institut für Germanistik der Universität Wien und betreut die Sparte Literatur im kunsthaus muerz. Zudem ist Eder Redaktionsmitglied der Zeitschrift wespennest, Literaturveranstalter und ‑vermittler und leitet das Referat für Corporate Identity, Kommunikationsdesign und Publikationen im Bundeskanzleramt der Republik Österreich.

Publikationen zuletzt u.a: Oswald Wiener’s Theory of Thought. Conversations and Essays on Fundamental Issues in Cognitive Science, hg. m. T. Raab u. M. Schwarz, Berlin, Boston: De Gruyter 2023; Wiener Kreis und Wiener Gruppe, hg. m. K. Kokái Wien: NoPress 2024; Hölderlins Ode Blödigkeit. Text, Deutungen und Essays, hg. m. R. Heinrich, Paderborn: Brill | Fink (in Druck, erscheint 2026 als Band 6 der Reihe Hölderlin-Forschungen“, hg. v. J. Robert und M. Vöhler)

Weitere Beiträge

Hans-Christian Dany: Oswald Wieners Überlegungen zum Spannungsfeld von Dandyism, Paranoia und KI, als frühe Ahnung der gegenwärtigen Probleme der großen Sprachmodelle mit Autophagie, Halluzinationen und dem Habsburg-Effekt

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Im Rahmen der Ausstellung A I O nähert sich Hans-Christian Dany dem Werk Oswald Wieners aus einer gegenwärtigen Perspektive. Ausgehend von die verbesserung von mitteleuropa, roman verbindet er Wieners Überlegungen zu Dandysme, Paranoia und Künstlicher Intelligenz mit heutigen Erfahrungen generativer KI und fragt danach, welche eigentümlichen Resonanzen Wieners spekulatives Denken bis in die Gegenwart entwickelt.

HC Dany

A.rtificial I.ntrospection O.
Ausstellungsrundgang 

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Die Ausstellung A.rtificial I.ntrospection O. (A.I.O.) untersucht Denken, Wahrnehmung und Subjektivität im Spannungsfeld von Selbstbeobachtung, Kybernetik und Künstlicher Intelligenz. Ausgangspunkt ist das Werk des österreichischen Schriftstellers, Denkpsychologen und Kybernetikers Oswald Wiener (19352021), dessen originäres Werk sich seit den 1950er-Jahren kritisch zwischen diesen Feldern bewegte und sich systematisch der institutionellen Vereinnahmung entzog.

Slide Show A.rtificial I.ntrospection O.

Kathy Rae Huffman 
VOM CYBERFEMINISMUS 
BIS HEUTE

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Der Vortrag von Kathy Rae Huffman zeigt, wie sich der Cyberfeminismus seit den 1990er-Jahren entwickelte: Er vernetzte Frauen im digitalen Raum, hinterfragte bestehende Machtstrukturen und präsentierte Beispiele – von VNS Matrix bis hin zu zeitgenössischem digitalen Aktivismus –, die die Kritik an Plattformkonzernen, KI-Kulturen und globalen Ungleichheiten deutlich machen.

Kathy Rae Huffman 

Xol Meissner
Konzert 

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Der in New York lebende Künstler Xol Meissner, das Alter Ego des Komponisten Mauro Hertig, hat die HALLE FÜR KUNST Steiermark mit seiner eindringlichen, zwischen zeitgenössischer Klassik und avantgardistischem Rock oszillierenden Musik in eine hypnotische Klangwelt von außergewöhnlicher Intensität verwandelt.

Xol Meissner

Karin M. Schmidlechner 
Steirische Frauen im Nationalsozialismus und danach

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Karin Maria Schmidlechner zeigt in ihren Forschungen sowie in dem gemeinsam mit Heimo Halbrainer herausgegebenen Band Aus dem Blickfeld“, dass die Lebensrealitäten steirischer Frauen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit vielfältig und ambivalent waren, erweitert damit die wissenschaftliche Auseinandersetzung über deren Alltag und dekonstruiert zugleich gängige Narrative wie jenes der angepassten Frau oder der sogenannten Trümmerfrau“.

Karin M. Schmidlechner