Vermittlung
Eva Ursprung und Susanne Wenger
Vermittlung und ihre Programme
The Art of Surfacing präsentiert das Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung, die mit dem Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst 2024 ausgezeichnet wurde. Eva Ursprung verbindet in ihrem Schaffen medienübergreifende Ansätze mit feministischen, gesellschaftskritischen und kollaborativen Strategien. Zentrales Thema der Schau ist das Element Wasser – ein Stoff, der Ursprung seit Jahrzehnten in verschiedensten Kontexten beschäftigt. Dieses Element bildet die Grundlage allen Lebens und wird in Ursprungs Werk zur Metapher für ökologische, gesellschaftliche und geopolitische Prozesse.
Susanne Wenger gilt als eine zentrale Künstlerin Österreichs nach 1945 und als frühe Wegbereiterin des Surrealismus. Nach ihrer Jugend in Graz, aktivem Widerstand gegen das Nazi-Régime und einer Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien reiste sie im Jahr 1950 nach Nigeria. Bis zu ihrem Tod lebte sie fast sechzig Jahre lang als Künstlerin und Òrìṣà-Priesterin der Yorùbá-Religion in Òṣogbo. Dort schuf sie in den heiligen Hainen am Fluss Ọ̀ṣun gemeinsam mit der Gruppe New Sacred Art Movement monumentale Skulpturen. Im Zentrum der Grazer Ausstellung stehen Wengers großformatige Textilarbeiten – farbintensive Batiken, die Mythen von Schöpfung, Tod, Opfer und Wiedergeburt vereinen.
Neben geführten Spezialrundgängen für Schüler:innen und Studierende sowie weitere interessierte Gruppen bieten wir unter der Reihe Walk & Talk Rundgänge für Besucher:innen an, die die Themen der aktuellen Ausstellung dialogisch und nach Interesse vertiefen. Diese finden jeden Donnerstag um 17 Uhr statt und bieten die Möglichkeit, in einer lockeren Atmosphäre gemeinsam mit dem Team der Kunsthalle die Ausstellung zu besuchen und über diese zu sprechen.
Coole Schule Schulführungen
Freier Eintritt in die Ausstellung
Führung: 1 Euro pro Person
Academy Führungen für Studierende
Freier Eintritt in die Ausstellung
Führung: 1 Euro pro Person
Anfragen für Führungen:
Caro Feistritzer
cf@halle-fuer-kunst.at
0316 740084 15
Vermittlungsformate
Walk & Talk
Führung jeden Mittwoch um 17 Uhr

Coole Schule
Rundgang für Schüler:innen

Academy
Rundgang für Dozent:innen/Studierende

Behind the Scenes

Kunstvermittlung
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Mit der Ausstellung The Art of Surfacing zeigt die HALLE FÜR KUNST Steiermark das vielschichtige Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung, die mit dem Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst 2024 ausgezeichnet wurde. Der durch eine externe Expert:innen-Jury vorgeschlagene Preis wird als Anerkennung eines künstlerischen Lebenswerks verliehen und mit einer Ausstellung begleitet. Ursprung verbindet in ihrem Schaffen medienübergreifende Ansätze mit feministischen, gesellschaftskritischen und kollaborativen Strategien. Zentrales Thema der Schau ist das Element Wasser – ein Stoff, der Ursprung seit Jahrzehnten in verschiedensten künstlerischen und politischen Kontexten beschäftigt. Dieses Element bildet die Grundlage allen Lebens, steht für Wandel und Transformation, birgt aber zugleich zerstörerische Kräfte. Wasser fließt, verbindet, trennt und formt – und wird in ihrem Werk zur Metapher für ökologische, gesellschaftliche und geopolitische Prozesse.
In ihrem Video Indigo Haven taucht die Künstlerin sinnbildlich aus dem Wasser auf und liefert eine Allegorie für ans Licht gebrachte Wahrheiten. Die filmische Arbeit 355 Tage im Erdbunker zeugt von Ursprungs intensiver Beschäftigung mit dem Widerstand von Frauen während des Nationalsozialismus in der Steiermark. Projekte wie Survive und Mit der Post ans Meer thematisieren Kommunikation, Beschleunigung und den Austausch zwischen Räumen und Regionen, während Garbage Patches auf die Fragilität des Ökosystems und dessen Verletzlichkeit durch Invasoren wie Plastik aufmerksam macht. Bemerkenswert ist der am nigerianischen Fluss Ọ̀ṣun gedrehte Film Gewurl, der Ursprungs Begegnung mit der österreichischen Künstlerin und Òrìṣà-Priesterin Susanne Wenger in ihrem „Heiligen Hain“ dokumentiert.
Eva Ursprung zeigt sich als kritische feministische Beobachterin, die drängenden Fragen nach Ökologie, Globalisierung und Faschismus in verschiedenen künstlerischen Medien ein eingängiges Narrativ gibt.
Susanne Wenger gilt als eine zentrale Künstlerin Österreichs nach 1945 und als frühe Wegbereiterin des Surrealismus. Nach ihrer Jugend in Graz, aktivem Widerstand gegen das Nazi-Régime und einer Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien reiste sie im Jahr 1950 nach Nigeria, wo sie bis zu ihrem Tod fast sechzig Jahre lang als Künstlerin und Òrìṣà-Priesterin der Yorùbá-Religion in Òṣogbo lebte. Dort schuf sie in den „Heiligen Hainen“ am Fluss Ọ̀ṣun gemeinsam mit der Gruppe New Sacred Art Movement monumentale Skulpturen, die den spirituellen Ort mit einem Gesamtkunstwerk verbanden. Seit 2005 werden die Sacred Ọ̀ṣun Òṣogbo Groves als UNESCO Weltkulturerbe geführt. Mit ihrer Beteiligung an der von Adriano Pedrosa kuratierten Venedig-Biennale 2024 erfährt Wenger nun vermehrt die internationale Anerkennung, die ihr zusteht. Ihr Œuvre, das Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Batiken umfasst, überschreitet ästhetische Kategorien und verbindet Kunst, Spiritualität und Mythos.
In Zusammenarbeit mit der sich um die Bewahrung ihres Werkes verdienstvoll einsetzenden Susanne Wenger Foundation in Krems wird in einer sorgsam zusammengestellten Auswahl das facettenreiche Œuvre der Künstlerin präsentiert. Im Zentrum der Ausstellung stehen Wengers großformatige Textilarbeiten – farbintensive Batiken, die Mythen von Schöpfung, Tod, Opfer und Wiedergeburt vereinen. In ihnen wird die Verbindung zwischen europäischer Moderne und der Mythologie des Yorùbá-Kulturkreises deutlich, einem zentralen Bezugspunkt ihres Schaffens. Neben der eindrucksvollen Präsentation der Textilarbeiten zeigt die Ausstellung auch eine repräsentative Auswahl von Malereien und Buntstiftzeichnungen.
In Nigeria war Susanne Wenger als Àdùnní Olórìṣà bekannt – ein Ehrenname aus der Yorùbá-Kultur. Der Name Àdùnní bedeutet „diejenige, die man gerne um sich hat“, Olórìṣà bezeichnet eine in die Gottheiten Òrìṣà Eingeweihte. Die Ausstellung lädt dazu ein, das tiefgründige Werk und beeindruckende Leben von Susanne Wenger beziehungsweise Àdùnní Olórìṣà neu zu entdecken – als künstlerisches und spirituelles Vermächtnis von beeindruckender Aktualität.
