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Dieter Roth

Dieter Roth, Stempelbild (Stempelzeichnung), 1975

Originalzeichnung auf Transparentpapier, gefertigt mit Gummistempel
70 × 95,5 cm, gerahmt

Dieter Roth war Intermedia‑, Aktions- und Objektkünstler, Dichter und Grafiker. Er widmete sich vielen Facetten des künstlerischen Schaffens – von Malerei und Zeichnung bis hin zum Verfassen von Gedichten und Musik – und ließ sich nie auf einen Stil oder einen Ort festlegen. Zu den wenigen Konstanten in Roths Praxis gehörte seine Beschäftigung mit limitierten Formaten wie Büchern, Drucken und Multiples, die er von seiner Studienzeit bis an das Ende seines Lebens schuf.

In den 1960er-Jahren entwickelte Roth ein eigenständiges visuelles System, bestehend aus zweiundzwanzig Bildern, die jeweils mit einem oder zwei Buchstaben des lateinischen Alphabets korrespondierten. Er ließ aus seinen Skizzen eine Reihe von Stempeln anfertigen, mit denen er über 300 Stempelzeichnungen schuf, von denen vier in der Ausstellung zu sehen sind. 1967 wurden die Stempelzeichnungen in dem Buch MUNDUNCULUM abgedruckt, begleitet von einer Bildlegende, die die Symbole den jeweiligen Buchstaben zuordnet, sowie weiteren Texten und Illustrationen des Künstlers. Diese Stempelzeichnungen können auch als Texte gelesen werden, wobei Roth absichtlich ihre Lesbarkeit erschwerte, indem er behauptete, dass jedes Symbol je nach Ausrichtung unterschiedliche Bedeutungen erhält.

Oswald Wiener und Dieter Roth verband neben einer Freundschaft vor allem ein Interesse an der Verwendung von Sprache als Material sowie an der radikalen Auflösung traditioneller Formen in Kunst und Literatur. Bei beiden rückt damit nicht das abgeschlossene Werk, sondern die Darstellung von Prozessen ins Zentrum, verbunden mit der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen, um Denken, Wahrnehmung und sprachliche Abläufe darzustellen.

Mit Ingrid Wiener arbeitete Dieter Roth direkt zusammen. Zwischen 1974 und 1997 entstanden, anfangs noch gemeinsam mit VALIE EXPORT, fünf gewebte Teppiche. Diese zeigen Roths Hinwendung zu sogenannten weiblichen Kulturtechniken und seine Offenheit für alle Medien, sowie seine Sensibilität für unterdrückte und marginalisierte Kunstpraktiken. Die präsentierte Malerei Die Löwen von L. ist mit einer Widmung an Ingrid und Oswald Wiener versehen und zeigt eine Raubkatze, die – in unterschiedlichen Schichten eingezwängt – durch geometrische Formen angedeutet, selbst eine Art Gehäuse beherbergt. Das Motiv dieses Löwen taucht in der gemeinsamen Arbeit Großer Teppich von Dieter Roth und Ingrid Wiener wieder auf. Dort liegt sie direkt hinter dem Künstler, der in dem Teppich porträtiert wird. Ergänzend zu Roths Arbeiten sind in der Ausstellung auch persönliche Notizen und Briefe zu sehen.

Stempelbild (Stempelzeichnung), 1975
Originalzeichnung auf Transparentpapier, gefertigt mit Gummistempel
70 × 95,5 cm, gerahmt

Stempelbild (Stempelzeichnung), 1975
Originalzeichnung auf Transparentpapier, gefertigt mit Gummistempel
70 × 95,5 cm, gerahmt

Stempelbild (Stempelzeichnung), 1975
Originalzeichnung auf Transparentpapier, gefertigt mit Gummistempel
70 × 95,5 cm, gerahmt

Stempelbild (Stempelzeichnung), 1975
Originalzeichnung auf Transparentpapier, gefertigt mit Gummistempel
70 × 95,5 cm, gerahmt

Alle Arbeiten Courtesy Philipp Konzett, Wien

Die Löwen von L. (3 Stück), 1973
Acryl auf Papier
60 × 40 cm, gerahmt
Courtesy Ingrid Wiener, Kapfenstein