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Josh Kline

Josh Kline, Whatever IT Takes 2024, 2024

Pigmentiertes Silikon, Metallregal mit getönter Polyurethanfarbe, LED-Beleuchtung / Pigmented silicone, metal shelf with tinted polyurethane paint, LED lighting, Oberste Ablage: Künstlerhand mit Magic 8 Ball; mittlere Ablage: Künstlerhand mit Handgelenkbandage; unterste Ablage: Künstlerhand mit Mac-Maus, 94 × 66 × 33,7 cm

Courtesy Josh Kline und Lisson Gallery, London / New York

In seinen Installationen, Videos, Skulpturen und Fotografien geht Josh Kline der Frage nach, wie neue Technologien zur Veränderung des menschlichen Lebens im 21. Jahrhundert beitragen. Dabei greift er gezielt auf die Technologien, Praktiken und Formen zurück, mit denen er selbst arbeitet und untersucht Digitalisierung, Bildbearbeitung, 3D-Druck, kommerzielle und politische Werbung und produktionssteigernde Substanzen, die er zugleich gezielt gegen ebendiese richtet. Er fokussiert die Aspekte von Arbeit und Klasse und erforscht, wie sich drängende soziale und politische Themen der Gegenwart wie Automatisierung, Klimawandel sowie Krankheit und Schwächung der Demokratie auf jene Menschen auswirken, die die Arbeitskräfte bilden.

In einer früheren Serie skulpturaler Arbeiten mit dem Titel Creative Hands (2011) schuf Kline Porträts von Kreativarbeitenden, die sich über soziale Medien selbst als Brands vermarkten und Aufmerksamkeit für sich generieren. Er goss ihre Hände aus hautfarbenem Silikon, wobei sie Gegenstände halten, die für kreative Arbeit und den damit verbundenen Lebensstil in New York unverzichtbar sind. Im Jahr 2024 griff er diese früheren Arbeiten wieder auf und schuf eine neue Gruppe von Selbstporträts, in denen seine Hände Gegenstände halten, die in seiner eigenen Kunst vorkommen oder Werkzeuge sind, die er in seiner Arbeit verwendet – wie etwa iPhones, Saftflaschen, Handdesinfektionsmittel, Computerzubehör wie Mac-Mäuse, Mundspülung (von Listerine), Wasser (von Poland Spring), Donuts, Handgelenkbandagen, Schmerzmittel (wie Advil) oder das Spielzeug-Orakel Magic 8 Ball.

Auch wenn der Künstler für den Abguss seine eigenen Hände als Ausgangspunkt verwendet, evozieren die in dreifacher Ausführung und mit nur minimalen Variationen präsentierten Güsse

einen sterilen, unpersönlichen Eindruck. Der Körper wird hier im Kontext zunehmender Automatisierung und technologischer Durchdringung von Arbeit als austauschbar dargestellt. Es findet eine Verschiebung vom individuellen Subjekt hin zu einem funktionalen Bestandteil eines Systems statt, das Verhalten, Wahrnehmung und Existenz organisiert.

Die klaren Grenzen zwischen Mensch und Maschine beginnen sich dabei ebenso aufzulösen wie die Vorstellung einer stabilen, objektiven Realität. Diese erscheint vielmehr als Ergebnis technischer und medialer Prozesse, in denen Wahrnehmung, Verhalten und Identität zunehmend von digitalen und algorithmischen Systemen hervorgebracht und reguliert werden.

Whatever It Takes 2024, 2024
Pigmentiertes Silikon, Metallregal mit getönter Polyurethanfarbe, LED-Beleuchtung
Oberste Ablage: Künstlerhand mit Magic 8 Ball; mittlere Ablage: Künstlerhand mit Handgelenkbandage; unterste Ablage: Künstlerhand mit Mac-Maus 
94 × 66 × 33,7 cm
Courtesy Josh Kline und Lisson Gallery, London / New York