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Residency: Open Call
15.6.–23.9.2022

Panther Residency

Einreichzeitraum 28.4. – 15.6. 2022

Im Rahmen der Gruppenausstellung Systems of Belief vergibt die HALLE FÜR KUNST Steiermark ein Produktions- und Arbeitsstipendium an eine lokale künstlerische Position im Kontext der diesjährigen Panther Residencies. Die von Cathrin Mayer kuratierte Ausstellung widmet sich alternativen Glaubenssystemen, die sich in verschiedenen künstlerischen Medien und Positionen dem Thema annimmt. Neben jungen zeitgenössischen Positionen werden ebenfalls verschiedene Künstler_​innen gezeigt, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts technologische Neuerungen für ihre Ausdrucksformen zu Nutze gemacht haben.
 

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Text

Systems of Belief begreift Technologie als System von automatisierten Prozessen und Mechanismen, die in gegenseitiger Abhängigkeit Lösungen für Probleme schaffen sollen. Diese Bedeutung des Begriffs ist wie oben beschrieben in einer technokratischen Gesellschaft zu ihrer vollkommenen Entfaltung gekommen. Weniger als Netzwerk gedacht meint Technologie aber auch die Entwicklung unterschiedlicher Werkzeuge zur Gestaltung verschiedener Produktions-und Gestaltungsverfahren. In dieser entpersonalisierten und geradezu metaphysischen Sphäre technologischer Vorgänge, die unserer Gegenwart prägen, erscheint jede Form des irrationalen Handelns innerhalb jener Apparate zunehmend unmöglich. Die Ausstellung Systems of Belief nimmt diesen vermeintlichen Raum des Unmöglichen zum Ausgang und versucht durch die Perspektiven unterschiedlicher Künstler_​innengenerationen in Welten vorzudringen, in denen Technologie nicht zum Zwecke konformistischer Regularien verwendet, sondern zur Erzeugung von Unordnung, Ausdruck unorthodoxer Dogmen und spiritueller Selbsterkenntnis bzw. Selbstverwirklichung wird. 

Die Ausstellung vereint einerseits Positionen, die ihre in Auseinandersetzung mit der Logik und Ästhetik von Wissens- und Bedeutungssystemen wie beispielsweise Diagrammen, kartographischen Schemas aber auch religiösen Schaubildern ihre eigenen transdisziplinären Welten schaffen. Andererseits werden Arbeiten gezeigt, die zur Zeit ihrer Entstehung auf neue technologische Verfahren und Erzeugnisse zugriffen. So machen es beispielsweise analoge Animationstechniken oder Super8-Filmkameras möglich mit Farb- und Lichteffekten zu arbeiten, die ein erweitertes visuelles Spektrum ermöglichen welches die Darstellung einer physischen oder psychologischen Transzendenz ermöglicht.


In Bezug auf die Ausstellung ist vor allem die Verknüpfung zwischen Selbstverwirklichung, individueller Bezugnahme und Wahrnehmung der Welt und objektivierbarer technologischer Bildsetzung interessant. Durch die zentrale Rolle von Graz mit einer reichen und vielseitigen Geschichte im Feld der elektronischen Künste bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, um eigenständige Beiträge zur Ausstellung zu entwickeln.
 

Open Call

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich Bewerbungen in Form einer Konzeptskizze, eines aussagekräftigen Portfolios und Anschreibens bis zum 15. Juni 2022 entgegenzunehmen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstler_​innen, die mit der Stadt Graz und/​oder der weiteren Region in Verbindung stehen.

Kontakt: lw@​halle-​fuer-​kunst.​at