Zum Inhalt springen

Residency: Open Call

Panther Residency

Im Rahmen der Gruppenausstellung Domestic Drama vergibt die HALLE FÜR KUNST Steiermark ein Produktions- und Arbeitsstipendium an eine lokale künstlerische Position.

Die von Cathrin Mayer kuratierte Ausstellung widmet sich dem Zuhause, das durch die anhaltende globale Krise, ausgelöst durch die Corona Pandemie, auf dem Prüfstand gestellt wird. Das Zuhause wandelt sich vom Rückzugsort zur permanenten Produktionsstätte, in der u.a. die Grenzen zwischen Lohn- und Pflegearbeit verschwinden und die Konflikte, die vormals im Außen stattfanden, im Inneren der Privatsphäre ausgetragen werden. Schon längst vor der oben beschriebenen Krise war das Zuhause eine umkämpfte Bastion, in der viele kulturimmanente Konflikte, wie beispielsweise Geschlechterfragen, zutage treten.

Domestic Drama, in der Werke verschiedener Künstler_​innengenerationen gezeigt werden, entwirft eine spezifische Narration über jenes Zuhause und rückt das Interieur, also die Architektur des Wohnens und die darin oftmals beiläufig existierenden Objekte, ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Ausstellung setzt sich aus Neuproduktionen, ortsspezifischen Arbeiten und schon bestehenden Werken, die im Bereich Skulptur angesiedelt sind und die große Halle des Gebäudes in ein bühnenhaftes Setting verwandeln, zusammen.

Der Ausdruck Domestic Drama, der der Ausstellung ihren Titel leiht, wurde von der Architekturtheoretikerin Beatriz Colomina erstmals in dem 1992 publizierten Essay The Split Wall: Domestic Voyeurism verwendet. In jenem widmet sich Colomina architektonischen Konzepten des Wohnraums, die in ihrer Gestaltung bühnenähnliche Situationen entstehen und gleichermaßen die darin befindenden Subjekte wie Objekte zu Protagonist_​innen eines häuslichen Dramas” werden lassen.

In Bezug auf die Ausstellung ist vor allem die im Begriff Interieur mitschwingende psychologische Dimension interessant, da das Innenleben eines Hauses oft als Sinnbild der darin wohnenden Charaktere wahrgenommen wird. So hält es die Chance parat über ökonomische, soziale wie ideologische Mechanismen, die unsere Privatsphäre prägen, nachzudenken. Als Anhaltspunkte spielen hier nicht nur die Überlegungen von Beatriz Colomina eine wichtige Rolle, sondern die Überlegungen der feministischen Wissenschaftlerin und Theoretikerin Sara Ahmed, die u.a. den Diskurs um den sogenannten Affective Turn”, der sich mit Emotionalität aus einer kultur- und gendertheoretischen Perspektive auseinandersetzt, maßgeblich geprägt hat.


Open Call

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich Bewerbungen in Form eines aussagekräftigen Portfolios und Anschreibens bis zum 31. Mai 2021 entgegenzunehmen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstler_​innen, die mit der Stadt Graz und/​oder der weiteren Region in Verbindung stehen.

Kontakt: info@​halle-​fuer-​kunst.​at