Leroy Johnson: The Urban Expressionist5.3.–9.5.2027
Eröffnung:
Ausstellung
Leroy Johnson (1937 – 2022) entwickelte über Jahrzehnte eine eigenständige künstlerische Praxis, die eng mit dem urbanen Leben seiner Heimatstadt Philadelphia verbunden ist. Bevor er sich vollständig der Kunst widmete, arbeitete Johnson unter anderem als Lehrer, Sozialarbeiter, Rehabilitationsberater und Schuladministrator. Seine künstlerische Arbeit entstand außerhalb akademischer und institutioneller Strukturen und aus einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit den Straßen, Nachbarschaften und sozialen Veränderungen der Stadt.
Johnson arbeitete mit den Materialien seiner direkten Umgebung: Holz, Karton, Fotografien, Verpackungen, Keramik und anderen Fundstücken. Für ihn waren diese Dinge niemals bloß Abfall, sondern Träger bereits vorhandener Geschichten. In Collagen, Malereien und Skulpturen ordnete er sie neu, verdichtete sie und verband sie mit persönlichen Erinnerungen und gesellschaftlichen Erfahrungen.
Ansichten

Leroy Johnson, Nails, ca. 2005 – 2010
Mixed media, gefundene Objekte, Collage
54.6 x 27.9 x 15.2 cm
Courtesy: Der Nachlass des Künstlers, Philadelphia und Margot Samel, New York
Text
Eine zentrale Werkgruppe bilden seine Hausskulpturen. In ihnen führt Johnson die Stadt zu einzelnen architektonischen Körpern zusammen. Die Häuser sind keine Modelle bestimmter Gebäude, sondern Speicher von Erinnerung und gelebter Erfahrung. In ihren Materialien, Oberflächen und Details überlagern sich Vorstellungen von Nachbarschaft und Familie mit den Spuren von Wandel, Verdrängung und sozialer Ungleichheit. Das einzelne Haus wird so zum Ausgangspunkt für eine größere Geschichte der Stadt.
Johnson bezog sich unter anderem auf afroamerikanische Künstler wie Thornton Dial oder Romare Bearden, aber auch auf die besondere Geschichte Philadelphias und weitere Künstler:innen seiner Heimatstadt. Seine Arbeit verbindet dabei improvisatorische Prozesse mit einer präzisen kompositorischen Praxis und steht in einem weit verzweigten Feld zwischen Assemblage, Folk Art, Jazz und urbaner Kunst.
Johnson selbst bezeichnete sich als „urban expressionist“. Der Begriff verweist auf eine Kunst, die nicht aus der Distanz auf die Stadt blickt, sondern aus eigener Erfahrung heraus entsteht. Philadelphia wird bei Johnson zugleich zum Material, zum Archiv und zum Gegenüber einer jahrzehntelangen künstlerischen Auseinandersetzung.
Mit The Urban Expressionist präsentiert die HALLE FÜR KUNST Steiermark die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers außerhalb der USA.
Kuratiert von Jan Tappe
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Leroy Johnson
Einzelausstellungen (Auswahl): Margot Samel, New York (2025), Mercer County Community College – The Gallery, West Windsor (2023), The Clay Studio, Philadelphia (2022), Philadelphia´s Magic Gardens, Philadelphia (2011), The Center for Emerging Visual Artists, Philadelphia (2021) List Gallery, Swarthmore College, Swarthmore (2004), African Jazz Museum, Kansas City (2002), Art Gallery at City Hall, Philadelphia (2019, 2017, 2015, 1998), Gloucester County College, Sewell (1998), Cheltenham Center for the Arts, Cheltenham (1996), Camden County Historical Society, Camden (1990), Villanova University Art Gallery, Villanova (1983).
Gruppenausstellungen (Auswahl): Tyler Temple University, Philadelphia (2025), Michener Art Museum, Doylestown (2025, 2024, 1995), The Clay Studio, Philadelphia (2022), Gallery CA, Baltimore (2020), Dupree Gallery, Philadelphia (2018), Woodmere Art Museum, Philadelphia (2015), Hearne Fine Art, Little Rock (2009), Villanova University Art Gallery, Villanova (1983), Philadelphia Civic Center, Philadelphia (1969).