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Lara Favaretto – Thinking Head | Clandestine talk | FLAT
Sprecher*innen: Ekaterina Degot, Silvester Sabathiel, Anna Voswinckel, Anselm Wagner
18.1.2024

Performance

http://www.thinking-head.net/talks/flat

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich, Thinking Head | Clandestine Talk | FLAT im Rahmen der Performance-Reihe Give Rise To… und der Ausstellung ERNSTHAFT?! Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst kuratiert von Cristina Ricupero und Jörg Heiser zu präsentieren. Der Begriff, der in der Grazer Version der Performance zur Diskussion gestellt wird, ist FLAT, der von Ekaterina Degot (Kunst), Silvester Sabathiel (Physik), Anna Voswinckel (Fotografie) und Anselm Wagner (Architektur) hinsichtlich seiner verschiedenen Bedeutungen und Funktionen diskutiert wird. Wir können nicht nur diese unterschiedlichen sprachlichen Interpretationen verfolgen, sondern auch die Gedankengänge der Teilnehmer*innen. Diese Diskussionen können zu Ungewissheit und sogar zum Scheitern führen, zu unvorhersehbaren Antworten auf unbeantwortbare Fragen, und vieles mehr.

Die Performance wird am 18. Jänner um 18 Uhr als Audio-Livestream übertragen und bleibt hier permanent online http://​www​.thin​king​-head​.net/​t​a​l​k​s​/flat. In Folge wird das Gespräch zusätzlich transkribiert und auf der Website thin​king​-head​.net veröffentlicht.

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Serverraum, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz, 2023

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Lara Favaretto, Thinking Head, 2017 – 19/2024

Text

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich, Thinking Head | Clandestine Talk | FLAT im Rahmen der Performance-Reihe Give Rise To… und der Ausstellung ERNSTHAFT!? Albernheit und Enthusiasmus in der Kunst kuratiert von Cristina Ricupero und Jörg Heiser zu präsentieren.

Lara Favarettos Reihe Clandestine Talk, die Teil von Thinking Head (seit 2017 fortlaufend) ist, soll fünfzig Schlüsselwörter“ durch einen versteckten Diskurs dekonstruieren, die von der Künstlerin als entscheidend und relevant für die Analyse und Neudefinition unseres momentanen Gegenwart“ beschrieben werden und in einer bunkerähnlichen“ Umgebung stattfinden: einem geheimen, geschützten und schalldichten Ort innerhalb oder in der Nähe der Institution. Die Referent*innen werden von der Künstlerin und den Kurator*innen sorgfältig ausgewählt, wobei sie eine Vielzahl von Disziplinen und Fachgebieten miteinander verbinden, um unterschiedliche Perspektiven auf die Themen zu vereinen.

Thinking Head ist die Weiterentwicklung eines Projekts, das bei Nottingham Contemporary begann und dann 2019 auch in Venedig während der 58. Biennale von Venedig stattfand. Es ist ein komplexes und dezentrales Kunstwerk, das implizit die Funktionsweise des menschlichen Gehirns widerspiegelt. In Anlehnung an Alighiero Boettis Skulptur Mi Fuma il Cervello (1993), ein Selbstporträt, dessen Kopf buchstäblich dampft, wurde in Nottingham und Venedig eine dampfproduzierende Maschine auf dem Dach der Institutionen installiert, so dass ein konstanter Nebel ihre Fassade verdunkelte, als ob er ihre kulturelle Autorität auflösen würde.

In einem weniger sichtbaren Teil dieser Arbeit werden verschiedene Gruppen von Denker*innen eingeladen, regelmäßig zu den Clandestine Talks (geheimen Gesprächen) zusammenzukommen, um jedes Mal über ein einziges Wort aus einer Liste von fünfzig verschiedenen Schlüsselwörtern nachzudenken, die das Rückgrat eines Gesprächs zwischen verschiedenen Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Disziplinen bilden. Die Gespräche finden an einem versteckten Ort statt, an dem sich die Teilnehmer*innen ohne Ablenkungen oder Interaktionen von außen voll und ganz konzentrieren können. Alle fünfzig Stichworte sind mit einer Gruppe spezifischer Objekte verknüpft. Einige dieser Objekte stammen aus dem Archiv, das in den letzten 27 Jahren zusammengetragen und bewahrt wurde, während andere speziell ausgewählt oder von anderen für das Projekt vorgeschlagen wurden. Durch die Nachahmung der Unterteilungen des Verstandes sollen diese gruppierten Objekte, die mit einzelnen Wörtern verbunden sind, im Kopf der Betrachter*innen verarbeitet werden, so dass das Ergebnis einer sehr fortgeschrittenen, hypertechnologischen Dimension gleicht. Die gruppierten Objekte wurden auf der Biennale di Venezia 2019 ausgestellt und sind nun auf der von Favaretto eingerichteten Website thin​king​-head​.net zu sehen.

Der Begriff, der in der Grazer Version der Performance zur Diskussion gestellt wird, ist FLAT, der von Ekaterina Degot (Kunsthistorikerin und Intendantin des steirischen herbst), Silvester Sabathiel (Physiker bei Silicon Austria Labs), Anna Voswinckel (Kuratorin bei Camera Austria) und Anselm Wagner (Professor am Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften an der Technischen Universität Graz) hinsichtlich seiner verschiedenen Bedeutungen und Funktionen diskutiert wird. Wir können nicht nur diese unterschiedlichen sprachlichen Interpretationen verfolgen, sondern auch die Gedankengänge der Teilnehmer*innen. Diese Diskussionen können zu Ungewissheit und sogar zum Scheitern führen, zu unvorhersehbaren Antworten auf unbeantwortbare Fragen, und vieles mehr.

Die Performance wird am 18. Jänner um 18 Uhr als Audio-Livestream übertragen und bleibt permanent online http://​www​.thin​king​-head​.net/​t​a​l​k​s​/flat. In Folge wird das Gespräch auch transkribiert und auf der Website thin​king​-head​.net veröffentlicht.

Kurator*innen: Jörg Heiser, Cristina Ricupero

Künstler*innen

Teilnehmende Künstler*innen

Lara Favaretto

*1973 Treviso, lebt in Turin

Solo (u.a.): Talbot Rice Gallery, Edinburgh (2023), The Bass, Miami Beach (2019), Kunsthalle Mainz (2018), Nottingham Contemporary (2017), MAXXI, Rom (2015), Sharjah Art Foundation, Sharjah, UAE (2012), MOMA PS1, New York (2012), Tramway, Glasgow (2009), Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Turin (2005); Shows (u.a.): MUDAM Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean (2021), MGK – Museum für Gegenwartskunst Siegen (2020), 58. Biennale di Venezia (2019), Museum Haus Konstruktiv, Zürich (2019), Walker Art Center, Minneapolis (2017), Künstlerhaus – Halle für Kunst und Medien, Graz (2017), Skulptur Projekte, Münster and Marl (2017), Liverpool Biennial (2016), Carnegie International, Pittsburgh (2013), Manifesta 10, Eremitage Museum, Sankt Petersburg (2014), Palais de Tokyo, Paris (2013), dOCUMENTA (13) (2012), 12. Internationale Istanbul Biennale (2011), 53. Biennale di Venezia (2009)

Ekaterina Degot

*1958 Moskau, lebt in Graz

Degot ist Kunsthistorikerin, Kuratorin, Autorin und Journalistin und lebt in Graz. Seit 2018 hat sie die Position als Intendantin und Chefkuratorin des steirischerherbst Festival inne, und war die erste künstlerische Direktorin aus einem nicht deutschsprachigen Land. Zahlreiche ihrer Ausstellungen haben die Kulturgeschichte der Sowjet-Ära zum Thema. Zu ihren Publikationen gehören Post-Post-Soviet? Art, Politics and Society in Russia at the Turn of the Decade (Warschau: Museum of Modern Art – Chicago University Press, 2013), herausgegeben mit Marta Dziewanska und Ilya Budraitskis, Perverse Decolonization?, hrsg. mit David Riff und Jan Sowa (Berlin: Archive Books, 2021). Degot war auch lange als Autorin und Redakteurin tätig, sowie im Bereich der Lehre. Von 2007 – 17 war sie Professorin an der Rodchenko Moscow School of Photography and Multimedia. 2014 erhielt sie den Igor Zabel Award für Kultur und Theorie. Vor ihrer Bestellung als Intendantin des steirischenherbst kuratierte sie die Ausstellungen Monday Begins on Saturday (mit David Riff), für die First Bergen Assembly 2013 in Norwegen, wo sie künstlerische Direktorin war, und What Did the Artist Want to Say with That? (mit Yuri Albert), am Moskauer Museum of Modern Art, 2013 – 14. Von 2014 – 17 war sie die künstlerische Leitung der Akademie der Künste der Welt, ADKDW in Köln, wo die PLURIVERSALE zweimal jährlich stattfand.

Silvester Sabathiel

*1992, Mondsee, lebt in Graz

Sabathiel studierte Theoretische Physik an der Karl-Franzens-Universität in Graz, u.a. mit der Spezialisierung auf Interpretationen der Quantenmechanik“ und Varianten der allgemeinen Relativitätstheorie (Raumzeitkrümmung) und deren Konsequenzen für kosmologische Beobachtungen“. Parallel begann er den Master in Computer Science, wo er seine Leidenschaft für künstliche Intelligenz fand. Von 2018 bis 2023 machte er an der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim, Norwegen, ein Doktorat in Computer Science, bei dem er künstlichen neuronalen Netzwerken versuchte Mathematik beizubringen und dadurch menschliche kognitive Prozesse besser zu verstehen. 2019 war er Gastforscher an der Stanford University in Kalifornien. Seit Dezember 2023 arbeitet er bei Silicon Austria Labs, wo er das Know-how über maschinelles Lernen in die Anwendung für autonome Mobilität und erneuerbare Energien übersetzt.

Anna Voswinckel

*1975 Hamburg, lebt in Graz und Berlin

Voswinckel ist Kuratorin in Graz und Berlin, und hat einen Hintergrund in visueller Kunst, Kulturwissenschaften und Gender Studies. Sie ist seit 2023 Kuratorin bei Camera Austria. Ebenso arbeitet sie an eigenen Fotoprojekten und Buch-Designs, schreibt über Kunst, und lehrte an zahlreichen Kunsthochschulen, u. a. 2012 – 18 am Fotoinstitut der Hochschule für Grafik und Buchkunst/​Academy of Fine Arts, Leipzig. Weiters hielt sie Seminare an der Universität der Künste, Berlin, und realisierte experimentelle Ausstellungsformate mit Student*innen und Kolleg*innen. Sie ist Mitglied der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin, und kuratierte 2020 das Fotograf Festival #10 in Prag, unter dem Titel Uneven Ground, gemeinsam mit Stephanie Kiwitt und Tereza Rudolf. Ihre aktuellen kuratorischen Projekte bei Camera Austria sind die Gruppenausstellungen Exposure (2023), wo sie sowohl die technische Bedeutung der Belichtung als auch die sozialpolitischen Positionen von sichtbar werden in der zeitgenössischen Fotografie beleuchtet“, und Double Exposure (2023÷24), Doppelbelichtung, mit einem Schwerpunkt auf Erinnerungspolitik anhand von Bildern.

Anselm Wagner

*1965 Salzburg, lebt in Graz

Wagner lehrt als Professor am Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturgeschichte an der TU Graz, wo er ebenso Dekan der Doctoral School der Fakultät für Architektur ist. Er studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Archäologie in Salzburg und München, und war Mitbegründer der Galerie 5020 in Salzburg. Weiters war er als Redakteur der Kunstmagazine frame und spike tätig. Neben diversen anderen Lehraufträgen, war er als Gastprofessor an der TU Wien und der University of Minnesota in Minneapolis. Er leitete das Forschungsprojekt Buddhist Architecture in the Western Himalayas: Architectural Research in Dolpo/​Nepal II”, das vom FWF (Österreichischer Wissenschaftsfond) finanziert wurde. Unter seinen Publikationen finden sich Architekturführer Graz, hrsg. von Anselm Wagner und Sophia Walk (Berlin: DOM publishers, 2019), Konrad Frey: Haus Zankel. Experiment Solararchitektur, mit Ingrid Böck (Berlin: Jovis. Architektur + analyse, 2013), Staub: Eine interdisziplinäre Perspektive, hrsg. von Wagner und Daniel Gethmann (Wien – Berlin: LIT Verlag GmbH&Co.KG., 2013).

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