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Josef Strau:
The Battles of Form against the Clouds and the Birds and the Fire
5.3.–9.5.2027

Eröffnung:

Ausstellung

Josef Strau zählt zu den eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation. Über viele Jahre lebte und arbeitete er in Köln, Mexico City und New York, bevor er nach Wien zurückkehrte. Sein Werk bewegt sich zwischen Malerei, Skulptur, Film, Architektur und Literatur, und damit oft außerhalb eindeutiger Zuordnung zu einzelnen Medien.

Im Zentrum von Straus künstlerischer Praxis steht die Frage, was es für ihn überhaupt bedeutet, Kunst zu produzieren. Seit den späten 1980er-Jahren entwickelt er Formen einer sogenannten ​„nonproductive attitude“, mit denen er die Vorstellung einer kontinuierlichen künstlerischen Produktivität und die damit inhärent verbundenen kulturellen Wertvorstellungen des Kunstbetriebs vermeidet. Nicht nur das Herstellen, sondern auch das Sammeln, Verwerfen, Wiederaufnehmen, Schreiben und Ausstellen werden bei ihm zu eigenständigen künstlerischen Handlungen verwertet. Dabei wird nahezu eine Metaphysik der sich selbst generierenden nach außen abgeschlossenen Produktionserzählungen, zum Beispiel die von ihm erfundenen Hypostasizismen, experimentell verfolgt. ​„Hypostase“ bezeichnet das Hervorgehen bzw. ​„Herabsteigen“ einer geistigen Idee oder Wirklichkeit in eine niedrigere, materielle Sphäre – bei Strau also die Vorstellung, dass sich Gedanken gerade durch einfache materielle Vorgänge und Experimente in der Welt manifestieren können.

Ansichten

Josef Strau, Die Nachahmung der Capriccio-Methode

Wolken von Gemälden von Venedig von Canaletto, Foto retouchiert mit IPad Pencil, ca. 2024 – 2025

Courtesy: der Künstler

Text

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Text zu. Strau schreibt Essays, Notizen und literarische Texte, die er auch mit Objekten, Bildern, Lampen und architektonischen Strukturen verbindet. Seine Installationen funktionieren weniger als abgeschlossene Kompositionen denn als offene Gefüge, in denen sich unterschiedliche Zeiten, Gedanken und Werkphasen überlagern. Biografische Beobachtungen, literarische Referenzen und alltägliche Dinge treten miteinander in Verbindung und erzeugen Erzählräume, die sich unter Umständen eindeutigen Lesarten und Kategorisierungszwängen entziehen.

In dieser eigenwilligen Verbindung von Literatur und bildender Kunst steht Strau in einer langen Tradition, die sich unter anderem mit Künstlern wie Marcel Broodthaers oder Stéphane Mallarmé verbinden lässt. Zugleich entwickelt er daraus eine ganz eigene Form künstlerischer Autorschaft: eine Praxis, in der Schreiben, Denken, Produzieren und Nichtproduzieren gleichermaßen Teil des Werks werden.

Für die HALLE FÜR KUNST Steiermark entwickelt Josef Strau nach längerer Zeit wieder ein größeres institutionelles Einzelprojekt. The Battles of Form against the Clouds and the Birds and the Fire entsteht eigens für die Grazer Räume und nimmt dabei auch die erneute Begegnung des Künstlers mit bereits existierenden Arbeiten, literarischen Bezugspunkten und neuen Arbeiten zum Ausgangspunkt. Zur Eröffnung erscheint ein Künstlerbuch mit Texten Straus, die parallel zur Vorbereitung der Ausstellung entstehen.

Kuratiert von Jan Tappe

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Josef Strau

*1957 Wien, lebt in Wien

Einzelausstellungen (Auswahl): dépendance, Brüssel (2024, 2016), Diana*, Mailand (2024), Layr, Wien (2023), House of Gaga, Mexico-City (2023, 2016, 2013), Greene Naftali, New York (2022, 2018, 2012, 2006), Galerie Buchholz, Berlin (2021), Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2020), Galerie Francesca Pia, Zürich (2020, 2010), House of Gaga, Los Angeles (2019), Künstlerhaus Bremen (2017), Secession, Wien (2015), The Renaissance Society, University of Chicago, Chicago (2014), MUDAM, Luxembourg (2009), Malmö Konsthall (2008), Stedelijk Museum, Amsterdam (2008).

Gruppenausstellungen (Auswahl): Kunsthalle Wien, Wien (2026), Chicago Cultural Center, Chicago (2026), Bundeskunsthalle, Bonn (2022), Busan Biennale, Südkorea (2020), Kunsthalle Bern (2017), Centre Pompidou, Paris (2016), Marian Goodman Gallery, Paris (2016), Museum der Moderne, Salzburg (2016), Kunsthaus Hamburg (2016), Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien (2015), Statens Museum for Kunst, Kopenhagen (2014), Liverpool Biennial (2014), Arnolfini, Bristol (2014), Index – The Swedish Contemporary Art Foundation, Stockholm (2013), MoMA PS1, New York (2010).