Günter Schimunek: Die Wirklichkeit kommt später21.1.–14.2.2027
Eröffnung:
Changes
Günter Schimunek (1942 – 2022) entwickelte über mehrere Jahrzehnte eine eigenständige Bildwelt zwischen Malerei, Collage und Zeichnung. Der in Graz lebende Künstler arbeitete mit hybriden Figuren, Mischwesen und traumartigen Konstellationen, die sich einer eindeutigen stilistischen Zuordnung entziehen. Seine Arbeiten verbinden eine freie, oft spielerische Formensprache mit einem ausgeprägten Interesse an Imagination und dem Unbewussten.
Neben großformatigen Gemälden entstanden Foto-Collagen, die sogenannten Bubble-Bilder und zahlreiche Arbeiten auf Papier. Gerade in seinen während verschiedener Reisen entstandenen Zeichnungen und Blättern zeigt sich eine unmittelbare Arbeitsweise, in der Beobachtung und spontane Bildfindung ineinandergreifen. Zugleich war Schimunek über Jahrzehnte Teil eines lebendigen Netzwerks der Grazer Kunstszene und arbeitete wiederholt mit anderen Künstler:innen zusammen.
Ansichten

Günter Schimunek, Untitled, 1980
Acryl auf Leinwand, 370 × 180 cm
Courtesy: Privatsammlung, Steiermark
Text
Schimunek ist zugleich eine Figur, über die sich ein Stück Grazer Kunstgeschichte erzählen lässt. Über Jahrzehnte war er eng mit Künstler:innen wie Wolfgang Bauer, Gunter Falk, Gerhard Roth oder Martha Jungwirth in Kontakt und bewegte sich in einem Umfeld, in dem gemeinsames Arbeiten, Austausch und persönliche Beziehungen eine wichtige Rolle spielten. Sein Werk steht damit nicht für sich allein, sondern ist Teil eines dichten Netzwerks von Begegnungen und künstlerischen Verbindungen. Gerade diese Perspektive macht ihn zu einem besonderen Ausgangspunkt für Changes: Die Reihe möchte nicht nur einzelne, aus dem Blick geratene Positionen wieder sichtbar machen, sondern auch die Geschichten, Beziehungen und Konstellationen, aus denen lokale Kunstgeschichte entsteht, neu beleuchten.
Mit Die Wirklichkeit kommt später widmet die HALLE FÜR KUNST Steiermark dem Werk Günter Schimuneks erstmals eine posthume institutionelle Einzelausstellung. Knapp fünf Jahre nach seinem Tod eröffnet die Präsentation zugleich die neue Reihe Changes, die unter anderem künstlerische Positionen in den Blick nimmt, deren Bedeutung und Sichtbarkeit sich im Laufe der Zeit verändert haben.
Kuratoren: Sandro Droschl und Jan Tappe
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Günter Schimunek
Einzelausstellungen (Auswahl):
Atelier Schaumbad, Graz (2022), Neue Galerie am Universalmuseum Graz (2004), Uhrturmkasematten, Graz (2002), Orpheum, Wien (2001), Galerie Exhibition, Graz (1989), Galerie Aduatz, Graz (1985), Künstlerbund Graz, Städtische Galerie Lienz (1980), Galerie Z, Graz (1979), Wiener Sezession, Wien (1977), Galerie Moser, Graz, (1976), Haus am Kleistpark, Berlin (1976), Galerie Katakombe, Basel (1972), Künstlerhaus, Graz (1965).