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Give Rise To Colin Self
Tip the Ivy
25.–26.2.2022

Performance

Koproduktion: Performance Space, New York

25.2., 19:00 Uhr & 26.2., 19:00 Uhr
Anmeldung: info@​halle-​fuer-​kunst.​at

Mit Dia Dear, Bully Fae Collins, Colin Self, Mica Sigourney, Vera de Vienne, Geo Wyeth

Kostüme von Ottolinger 
Dank an Isabel Parkes 

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich in Zusammenarbeit mit dem Performance Space, New York, das experimentelle Opernstück Tip the Ivy (2022) des/​der amerikanischen nicht-binären Komponisten/​in und Künstler/​in Colin Self (*1987 Aloha, USA) zu präsentieren. Zwischen Performance, Partizipation, Forschung und Aktivismus angesiedelt, reagiert Self stets auf die lokalen und sozialen Gegebenheiten der Produktionsstätten vorort. Tip the Ivy umfasst so nicht nur ein performatives Stück, sondern ist gleichsam Rechercheprojekt, das sich mit Verschlüsselung von Information durch eine queere Perspektive auseinandersetzt.

Colin Self war 2021 Artist-in-Residence an der HALLE FÜR KUNST Steiermark. Tip the Ivy wurde von der HALLE FÜR KUNST Steiermark initiiert und vom Performance Space, New York mitproduziert. Die Performance wird im Mai 2022 im Performance Space gezeigt.

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Give Rise to Colin Self – Tip the Ivy, 2022

Kamera & Ton: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Tip the Ivy

Performance, 2022

Foto: kunst​-doku​men​ta​tio​nen​.com

Text

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich in Zusammenarbeit mit dem Performance Space, New York, das experimentelle Opernstück Tip the Ivy (2022) des/​der amerikanischen nicht-binären Komponisten/​in und Künstler/​in Colin Self (*1987 Aloha, USA) zu präsentieren. Zwischen Performance, Partizipation, Forschung und Aktivismus angesiedelt, reagiert Self stets auf die lokalen und sozialen Gegebenheiten der Produktionsstätten vorort. Tip the Ivy umfasst so nicht nur ein performatives Stück, sondern ist gleichsam Rechercheprojekt, das sich mit Verschlüsselung von Information durch eine queere Perspektive auseinandersetzt.

Im Kern des Projekts steht die Auseinandersetzung und Ergründung von Polari, einer Slangsprache, die vor allem zwischen den 1930er- und 1970er-Jahren in Großbritannien von Homosexuellen verwendet wurde, die aufgrund der drohenden Kriminalisierung ihrer Sexualität diese verschlüsselte Form der Kommunikation entwickelten. Ursprünglich berief sich Polari auf romanische Zweige des Italienischen und wurde im Laufe der Jahrzehnte ebenfalls durch jiddische Ausdrücke und Straßenjargons weiter beeinflusst. Selfs Recherche besteht einerseits darin, die fast vergessene Sprache wieder zu erlernen und andererseits die Rolle und Bedeutung von verschlüsselter Information im Kontext einer queeren Geschichte zu ergründen um sie für gegenwärtige Phänomene produktiv zu machen. Auch wenn Queerness immer weniger einen Grund der Ausschließung und Marginalisierung innerhalb eines westlichen Kontextes bedeutet, muss stets um Akzeptanz für nicht heteronormativen Lebensformen innerhalb eines globalen Kontextes gekämpft werden.

Ausgehend von Polari recherchierte Self unterschiedliche Erzählungen, die sich mit der Kriminalisierung von Queerness beschäftigen. Als Vorlage für eine der Rollen diente die Romanfigur Querelle, eines Matrosen, der im gleichnamigen Buch von Jean Genet in homoerotische Beziehungen verflochten ist und um Macht, Begehren und Geld ringt. 

Eine wichtige Figur für die Recherche und das Performanceprojekt stellt Werner Obermeyer (*Graz) alias Vera de Vienne dar. Self begegnete Obermeyer während einer Residency in Graz und lernte die schillernde Geschichte des Travestiekünstlers und Gender-Illusionisten kennen: In jungen Jahren debütierte Obermeyer als Baletteleve an der Grazer Oper um schließlich in den unterschiedlichsten Etablissements der Hamburger Reeperbahn Bühnenerfahrung zu sammeln. Ab den 1960er-Jahren reiste er gemeinsam mit seinem Lebensgefährten unter dem Namen Mademoiselle X & Partner durch Europa. Je nach Kontext wurden klassische“ Revuen oder Aufführungen angeboten, die man heute als Drag-Shows bezeichnen würde. Self interessiert sich für die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Figur Vera de Viennes, als auch die unterschiedlichen Codes als Ausdruck von Queerness.

Für das Stück Tip the Ivy wählt Self den erzählerischen Rahmen eines Gefängnisses, in dem Insassen zwischen Realität und Traumwelt versuchen Freiheit zu erlangen. Eine der Figuren ist dabei weniger ein tatsächlicher Mensch sondern ein Avatar, der mittels Handyscreen kommuniziert. Diese Rolle wurde unter anderem durch verschiedene reale Profile von Tik Tok-Nutzer_innen inspiriert, die vor allem in nicht-demokratischen Ländern durch unterschiedliche Bewegungsabfolgen wie beispielsweise im Rahmen von Make-up Tutorials sonst zensierte Information über die sozialen Netzwerke teilen.

Tip the Ivy ist ein Projekt, das basierend auf Kollaboration und gemeinschaftlichem Arbeiten die positive Kraft queerer Gemeinschaften einerseits hervorkehrt, und andererseits die bitteren politischen Realitäten von Überwachung und Zensur im Hier und Jetzt als experimentelle Oper inszeniert. Dies gelingt Self durch eine Neuinterpretation des klassischen Genres, in dem er Stimmen und Gesang als kollektive Kraft begreift. Hierzu entwickelte Self XOIR, eine neue Technik des gemeinschaftlichen Gesangs, dessen Schwerpunkt nicht auf dem Rezitieren von Notenblättern, sondern dem somatischen Bewusstsein und der gemeinschaftlichen Organisation von Körpern und Stimmen liegt.

Colin Self war 2021 Artist-in-Residence an der HALLE FÜR KUNST. Tip the Ivy wurde von der HALLE FÜR KUNSTSteiermark initiiert und vom Performance Space, New York mitproduziert. Die Performance wird im Mai 2022 im Performance Space gezeigt.

Kuratiert von Cathrin Mayer

Künstler_innen

Teilnehmende Künstler_innen

Colin Self

*1987 Aloha, lebt in Berlin

ist Dozent/​in am Clive Davis Institute der NYU New York University in Berlin. Seine/​Ihre Arbeiten wurden u.a. an der Niederländischen Nationaloper, Amsterdam; HAU Berlin; Neuen Museum, Berlin; The Kitchen, New York; Issue Project Room, New York und bei zahlreichen internationalen Festivals präsentiert. Er erhielt das Rhizome Commission Grant und ist Fellow des Queer Art Mentorship. Er/​Sie ist Mitbegründer des NYC Queer Performance Kollektivs Chez Deep und des Radical Diva Grant. Self erhielt seinen MFA in Musik und Sound vom Bard College, New York. Seit 2015 arbeitet Self eng mit Holly Herndon zusammen und tritt mit ihrem Tournee-Ensemble auf. Er leitet XOIR, einen internationalen nicht-utilitaristischen Gesangswork-shop, der sich auf alternative Modalitäten des Gruppengesangs konzentriert, und veröffentlicht Solomusik auf dem Plattenlabel RVNG Int.

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