Eva Ursprung: The Art of Surfacing7.2.–19.4.2026
Ausstellung
Mit der Ausstellung The Art of Surfacing zeigt die HALLE FÜR KUNST Steiermark das vielschichtige Werk der österreichischen Künstlerin, Musikerin und Kuratorin Eva Ursprung, die mit dem Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst 2024 ausgezeichnet wurde. Der durch eine externe Expert:innen-Jury vorgeschlagene Preis wird als Anerkennung eines künstlerischen Lebenswerks verliehen und mit einer Ausstellung in der HALLE FÜR KUNST Steiermark begleitet.
Eva Ursprung verbindet in ihrem Schaffen medienübergreifende Ansätze mit feministischen, gesellschaftskritischen und kollaborativen Strategien. Zentrales Thema der Schau ist das Element Wasser – ein Stoff, der Ursprung seit Jahrzehnten in verschiedensten künstlerischen und politischen Kontexten beschäftigt. Dieses Element bildet die Grundlage allen Lebens, steht für Wandel und Transformation, birgt aber zugleich zerstörerische Kräfte. Wasser fließt, verbindet, trennt und formt – und wird in Ursprungs Werk zur Metapher für ökologische, gesellschaftliche und geopolitische Prozesse.
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Kontext
Ansichten

Eva Ursprung, The Art of Surfacing, 2026
Ausstellungsansicht HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, The Art of Surfacing, 2026
Ausstellungsansicht HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Garbage Patch „Les Plages de Saint-Nazaire“, 2013 – 2026
Aquarium
Ø 60 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Leuchtturm, 2025
Rettungsringe mit Licht
75 × 160 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Anlegestelle, 2026
6 Plastikballen, 4 digitale Bilderrahmen
100 × 120 × 80 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Anlegestelle, 2026
6 Plastikballen, 4 digitale Bilderrahmen
100 × 120 × 80 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Survive, 2024
Video, ohne Ton, 9 Min.
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Rettungsring aus Blei, 2013
Bleiring auf Podest aus Serpentinit Verde Danubai
85 × 85 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Rettungsring aus Blei, 2013
Bleiring auf Podest aus Serpentinit Verde Danubai
85 × 85 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, The Art of Surfacing, 2026
Ausstellungsansicht HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, 365 Tage im Erdbunker, 2015
Video, ohne Ton mit Untertitel, 10:56 Min.
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, 365 Tage im Erdbunker, 2015
9 Fotografien der Widerstandskämpferinnen Johanna Grimming und Anna Winkler
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Feldafing zu Next Moves, 2025
Gedicht, Fotos, Riso Drucke, Zeittafel, Namensliste von Bewohner:innen, Karte der Außenlager von Dachau
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Doors, 2022
Digitaldruck
141 × 42 cm
Foto: kunst-dokumentation.com

Eva Ursprung, Mit der Post ans Meer, 2015
2 Kanal Videoinstallation, Ton, Deutsch mit englischen Untertiteln, 7 Min.
Foto: kunst-dokumentation.com
Text
Eva Ursprung verbindet in ihrem Schaffen medienübergreifende Ansätze mit feministischen, gesellschaftskritischen und kollaborativen Strategien. Seit rund vier Jahrzehnten arbeitet sie in den Bereichen Musik, Video, Performance, Installation und sozial engagierter Kunst. International bekannt wurde sie auch als eine der Pionierinnen des Cyberfeminismus in Österreich. Ihr Werk stellt Fragen nach ökologischer Verantwortung, Transformation und gesellschaftlicher Solidarität in den Mittelpunkt. Hervorzuheben sind dabei stets auch ihre Fähigkeiten, nicht nur in Netzwerken zu arbeiten, sondern auch, diese hervorzubringen.
Zentrales Thema der Schau ist das Element Wasser – ein Stoff, der Ursprung seit Jahrzehnten in verschiedensten künstlerischen und politischen Kontexten beschäftigt. Dieses Element bildet die Grundlage allen Lebens, steht für Wandel und Transformation, birgt aber zugleich zerstörerische Kräfte. Wasser fließt, verbindet, trennt und formt – und wird in Ursprungs Werk zur Metapher für ökologische, gesellschaftliche und geopolitische Prozesse. Wie der Titel der Ausstellung The Art of Surfacing bereits andeutet, wird Wasser hier als Metapher für die Oberfläche verstanden – eine Fläche, die, ähnlich einem Gewässer den Blick auf den Grund, also auf das Flussbett, den Meeres- oder Seeboden, häufig verwehrt. Über diese Oberfläche lässt sich somit nicht erkennen, was sich darunter verbirgt. Dieses oberflächliche Wissen lässt sich mit dem vermeintlich sichtbaren Bewusstsein vergleichen, unter dem – folgt man der Allegorie des Eisbergs – das Unsichtbare, das Unbewusste, in weit größerem Ausmaß weiterbesteht und das Bewusste in jeder Hinsicht übertrifft. Ähnlich verhält es sich mit den Krisen unserer Zeit, deren tatsächliches Ausmaß wohl nur in Teilen sichtbar wird und allenfalls erahnt werden kann.
Zugleich spielt Ursprung auf einen weiteren Aspekt an, nämlich verdrängte Wahrheiten, die ganz bewusst unterdrückt werden, an die Oberfläche zu bringen und so gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen. In ihrem Video Indigo Haven (2023) taucht die Künstlerin sinnbildlich aus dem Wasser auf und liefert eine Allegorie für ans Licht gebrachte Wahrheiten. Die filmische Arbeit 355 Tage im Erdbunker (2015) zeugt von Ursprungs intensiver Beschäftigung mit dem Widerstand während des Nationalsozialismus in der Steiermark. Projekte wie Survive (2024) und Mit der Post ans Meer (2015) thematisieren Kommunikation, Beschleunigung, Fließen und den Austausch zwischen Räumen und Regionen, während Garbage Patches (2013−2017) auf die Fragilität des Ökosystems und dessen Verletzlichkeit durch Invasoren wie Plastik aufmerksam macht.
Ursprung greift in mehreren Werken ökologische Fragestellungen auf – etwa in Rettungsring für bedrohte Arten (2011), wobei diese als künstlerische Markierungen für unter Druck stehende Ökosysteme stehen. Wasser wird hier zum Symbol für die Krise des Anthropozäns, für den Klimawandel und seine Folgen, wie steigende Meeresspiegel oder Naturkatastrophen. Die Künstlerin verweist dabei nicht nur auf ökologische, sondern auch auf politische Dimensionen und zieht Parallelen zwischen Klimawandelleugnung, autoritären Tendenzen und historischen Kontinuitäten. Ihre Videoarbeiten aus Indien, Indonesien, Serbien und Nigeria eröffnen einen globalen Blick auf das Element Wasser und seine Vielfalt. Hervorzuheben ist der am nigerianischen Fluss Ọ̀ṣun gedrehte Film Gewurl (2011), der Ursprungs Begegnung mit der zeitgleich in einer Ausstellung in der HALLE FÜR KUNST präsentierten österreichischen Künstlerin und Òrìṣà-Priesterin Susanne Wenger in ihrem „Heiligen Hain“ dokumentiert.
Eva Ursprung zeigt sich als kritische feministische Beobachterin, die drängenden Fragen nach Ökologie, Globalisierung und Faschismus in medialen Verfahren der Kunst ein eingängiges Narrativ gibt. Begleitend zur Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Künstlerin ein Rahmenprogramm, das die thematischen Schwerpunkte – Wasser, Wandel und Widerstand – vertiefend beleuchtet.
Kuratiert von Caro Feistritzer mit Sandro Droschl
Künstler:innen
Teilnehmende Künstler:innen
Eva Ursprung
Einzel- und Gruppenausstellungen, Projekte (Auswahl):
Steirische Kulturinitiative (2025, 2024), kunstGarten, Graz (2025, 2021, 2016, 2011), Kunsthaus Graz (2025, 2021, 2012, 2007), Gefängnismauer Justizanstalt Karlau, XENOS & Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Graz (2024), Taman Budaya, Yogyakarta (2023), BACC (Bangkok Art and Culture Center) (2023), La Terminal Zawp, MEM Festical, Bilbao (2023), IMA Institut für Medienarchäologie, St. Pölten (2022), Künstlerhaus München (2022), Schaumbad Freies Atelierhaus Graz (2021, 2018, 2008), Steirischer Herbst, Graz (2020, 2014, 2013, 2006, 1999), <rotor>, Graz (2019), Gakerija ALU, Sarajewo (2018), Künstlerhaus Klagenfurt (2017), POST, Los Angeles (2016), Flux Factory, New York (2016), Institute of Contemporary Art, University of Pennsylvania (2015), Les Kurbas National Theatre Arts Center, Kiew (2014), APO33, La Plateforme Intermédia, La Fabrique, Nantes (2014), MAD Emerging Art Center, Eindhoven (2013), Literaturhaus Graz (2011), Museum of Contemporary Art Vojvodina / Institut für Kunst im öffentlichen Raum, Novi Sad (2011), Stadtmuseum Graz (2010), galerie wildwechsel, Frankfurt am Main (2008), Freiraum Transeuropa / PiroschkaREV, MuseumsQuartier, Wien (2004), Cornerhouse, Manchester (2002), Laznia Center for Contemporary Art, Gdansk (2002), The Substation, Singapore (2002), Ottis Gallery, Los Angeles (1998).
Rezensionen
- "Wasser: Der Ursprung allen Lebens", steiermark.ORF.at Online, 8.2.2026
- HALLE FÜR KUNST Steiermark: Eva Ursprung „The Art of Surfacing“, SIMsKultur Online, 7.2.2026
- "Die Kunst der Priesterin und der Cyberfeministin", Kleine Zeitung Print, PDF (777 KB)
- "Eva Ursprung “The Art of Surfacing” at HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz", Mousse Magazine Online, 20.3.2026
Programm
Vergangene Veranstaltungen
sine qua non
Mara Koschar
STAGES
Xol Meissner
Konzert
Eva Ursprung, Katy Deepwell
Artist Talk
Eva Ursprung & Alexandra Gschiel
Performance
Vermittlung
Vergangene Veranstaltungen
Presse
Downloads & Termine
- Einladungskarte Eva Ursprung PDF (330 KB)
- Presse Eva Ursprung PDF (117 KB)
- Press Eva Ursprung PDF (111 KB)
Partner
Diese Ausstellung wird unterstützt von
- Land Steiermark – Kultur, Europa, Sport
- Bundesministerium – Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
- Stadt Graz
- KultRent