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Celina Eceiza:
Ofrenda
Koproduktion: Museo de Arte Moderno de Buenos Aires
25.10.2025–18.1.2026

Ausstellung

Die HALLE FÜR KUNST Steiermark freut sich, in Kooperation mit dem Museo de Arte Moderno de Buenos Aires die erste Einzelausstellung der argentinischen Künstlerin Celina Eceiza (*1988, Tandil, lebt in Buenos Aires) in einer europäischen Institution auszurichten. Ofrenda [Geschenk] eröffnet einen einzigartigen Zugang zum Raum: Hier wird Architektur wie ein atmender, lebendiger Körper erfahrbar, der seinen Zustand verändert, während man von einem Raum in den nächsten geht. Die Starre des Gebäudes löst sich auf, sobald die Wände mit tausenden Metern Stoff behängt werden, die durch kollektives, zeitloses Nähen miteinander verbunden sind und eine einzige, glatte, empfindliche Oberfläche bilden, die auf die kleinste Veränderung reagieren kann.

Celina Eceiza: Ofrenda ist eine Koproduktion der HALLE FÜR KUNST Steiermark und dem Museo de Arte Moderno de Buenos Aires
Kuratiert von Sandro Droschl in Zusammenarbeit mit Agustina Vizcarra

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Celina Eceiza, Autobus 27 (Nicolás García Uriburu)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Stoff, 108 × 93 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Composición (Yente)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Stoff, 104 × 53 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Chito y Peca (Juan Grela)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Stoff, 116 × 92 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Astromutación (Raquel Forner)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Patchwork, 80 × 82 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, in Título (Alfredo Londaibere)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Stoff, 73 × 83 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Sol, luna y sol (Mele Bruniard)

Textilcollage aus Ofrenda, 2024
Stoff, 77 × 100 cm

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Celina Eceiza, Ofrenda, 2025

Ausstellungsansicht, HALLE FÜR KUNST Steiermark, Graz

Foto: kunst​-doku​men​ta​ti​on​.com

Text

Eceizas Werk wächst aus einer fast organischen, metabolischen Kraft heraus und umfasst Textilcollagen, Skulpturen, Malerei und Zeichnungen – mal winzig, mal monumental – gleichermaßen aufwendig wie elementar. Die Künstlerin verbindet handwerkliche Textiltechniken wie Patchwork und Collagen aus Fundstücken mit jüngsten Experimenten in Kreidepastellen, die ihren Bildern neue Fluidität verleihen. Ihre Kompositionen sind geprägt von weichen Formen, verdrehten Körpern, Blumen und Früchten in der Tradition klassischer Stillleben, durchzogen von Bezügen zur Kunst des 20. Jahrhunderts und kulturellen Schichten, von der griechisch-römischen Antike bis zur Hippiebewegung der 1960er-Jahre.

Die Ausstellung zeigt zwei der Räume aus Ofrenda, Eceizas großem Einzelprojekt, das 2024 von Jimena Ferreiro im Museo Moderno in Buenos Aires kuratiert wurde. Es entstand nach einem Jahr intensiver Arbeit und war bis dahin Eceizas ambitionierteste Installation. Das Museum suchte die Zusammenarbeit mit Eceiza wegen ihrer besonderen Fähigkeit, Räume in Orte sozialen Miteinanders zu verwandeln. Für die Installation überzog die Künstlerin Wände, Decken und Böden mit Hunderten handgefärbter Stoffe. Das Nähen verband nicht nur die Elemente – wie die Anfertigung eines maßgeschneiderten Anzugs für das Gebäude –, sondern erzeugte auch die komplexen Bildwelten ihrer Arbeiten.

Für diese Präsentation setzte sich Eceiza intensiv mit der Sammlung des Museo Moderno auseinander, insbesondere mit den Gemälden. Sie interpretierte die Werke in ihren Arbeiten neu, wobei sie zart verflochtene Textilien in prächtigen Collagenformen verwendete und so ihre persönliche Sicht auf die argentinische Moderne präsentierte. Ihre Lieblingswerke verwandelte sie in Fan-Art-Poster, um die Künstler:innen und Werke, die ihr besonders am Herzen liegen, mit dem Publikum zu teilen. Der Eingang zur Installation ist ein sonnendurchfluteter, gelber Raum, in dem alternative Kunstgeschichten neben bekannten Werken moderner argentinischer Künstler:innen wie Alberto Heredia, Juan del Prete, Yente oder Nicolás García Uriburu gezeigt werden, deren Einfluss bis heute durch ihre oppositionelle Haltung und unabhängige Produktion spürbar bleibt.

Der rote Raum von Ofrenda beeindruckt mit gigantischen Kreidezeichnungen auf Leinwand sowie handgefärbten Stoffen und Teppichen. Die symbolträchtigen Kompositionen zeigen Wesen und Körper im Wandel. In diesem Raum wirkt die malerische Haut“ mit ihren metaphorischen Falten und Knicken organisch, widerstandsfähig und zugleich fragil – eine Fragilität, die den Kern von Eceizas Werk bildet. Sie erschafft ein weiches“ Museum, in dem das Sehen nicht der alleinige Sinn ist. Der Sehsinn bleibt zwar die Basis des Wissens, doch rückt Eceiza den Tastsinn und haptische Erfahrung in den Vordergrund. In diesen begehbaren Kunstwerken, die die Betrachter:innen vollständig umhüllen, verweist die Künstlerin auf mythologische und spirituelle Vorstellungen eines erweiterten Universums, in dem sie das Physische mit dem Immateriellen und Transzendenten verbindet, während sie zugleich einen niedrigschwelligeren Museumsraum schafft.

Eceizas Ansatz greift populäre Praktiken aus Argentinien und dem Ausland seit den 1960er-Jahren auf, als Kunsträume verstärkt soziale Kontexte einbezogen. Frühe argentinische Experimente wie La Menesunda (1965) von Marta Minujín und Rubén Santantonín sind beispielhafte Werke, die die Grenzen der Kunst erweiterten, um Räume zu schaffen, die mit allen Sinnen erlebt werden können. Eceiza kreiert Räume, die von Besucher:innen besucht und genossen werden können, die zum Verweilen und Genießen einladen, mit zahlreichen Kissen auf dem Boden und einer Einladung, Müßiggang als positive, bereichernde Tätigkeit neu zu entdecken. Ihre Installationen bieten weiche, offene Architekturen, die wie Zustände des Geistes erfahrbar werden und den Körper zu einer sinnlichen, intuitiven Wahrnehmung einladen. Diese intime und zugleich kollektive Erfahrung offenbart ihre politische Kraft: Kunst wird als lebendige Form erlebbar, die gepflegt werden muss, um neue Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen.

Die Energie Argentiniens und der Blick in die Ferne wirken besonders belebend und befreiend, vor allem in Bezug auf Buenos Aires – die weitläufige Hafenstadt der guten Winde“ und ihrer unerschütterlichen Bewohner:innen, die Porteños und Porteñas, die von keiner Krise unterzukriegen sind und die ihre Traditionen stetig neu interpretieren und lebendig halten. Das Körpergefühl und das Verständnis von Körperlichkeit, sowohl individuell als auch sozial, spielen hier eine zentrale Rolle. Mit Ofrenda bietet uns Celina Eceiza ein seltenes Geschenk an: Hoffnung und Lebensfreude in schwierigen Zeiten, gerade in Momenten der Knappheit. Betritt man Eceizas fantastische Welt voll ihrer impulsiver Bewohner:innen, verlässt man sie verwandelt, mit einer freieren Wahrnehmung unserer eigenen Körper und ihrer sozialen Kraft.

Dank an:

Celina Eceiza

Museo de Arte Moderno de Buenos Aires: Victoria Noorthoorn, Agustina Vizcarra, Jimena Ferreiro

Studio Celina Eceiza: Florencia Ferrari Milano

Aufbau: Darek Murawka, Wolfgang Oeggl, Mykhailo Skreklia, Jakob von Berg, Jasmin Karami, Victoria Pollauf, Mahak Sadeghzadeh, Katrin Schwarz, Roman Trubchaninov

(Post-)Produktion: Helga Droschl, Caro Feistritzer; Manuel Carreon Lopez, Alexander Nussbaumer

Rahmenprogramm: Nassim W. Balestrini /​CIMIG/​Institut für Amerikanistik, Tobias Boos, Simone Borghi, Radio Helsinki, Abaseh Mirvali, Modeschule Graz, Maria Schneider

Künstler:innen

Teilnehmende Künstler:innen

Celina Eceiza

*1988, Tandil, Argentinien, lebt in Buenos Aires

Einzelausstellungen (Auswahl): Museo de Arte Moderno de Buenos Aires (2024), Moria Galería, Buenos Aires (2023, 2021, 2018), Mundo Dios, Mar del Plata (2023), Móvil arte contemporáneo, Buenos Aires (2019), Jamaica ATR Gallery, Rosario (2019), Big Sur Galería, Buenos Aires (2015).

Ausstellungen (Auswahl): Istanbul Biennial (2025), Móvil arte contemporáneo, Buenos Aires (2024), Bienal de Arte Textil, Sede Centro Cultural CEINA, Santiago de Chile (2023), UB-Anderson Gallery, Buffalo (2022), Microespacio Museo Petorutti, La Plata (2022), Museo del traje de Buenos Aires (2022), Bemis Center for Contemporary Arts, Omaha (2021), Galería Belgrado, Buenos Aires (2021), Athens Institute for Contemporary Arts, Georgia (2021).

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